Die Borreliose

Sie ist wieder hochakut, die Zeckenplage. Dies zeigen die vielen besorgten Anfragen alleine in unserem Verein. Und auch unsere eigenen Hunde „schleppen“, wie jedes Jahr, seit dem späten Frühjahr reichlich von diesen winzigsten Spinnentiere von Wald- und Wiesenspaziergängen mit nach Hause.

Schien es in manchen Jahren nicht so, als habe man mit kleinen natürlichen Hausmittelchen, wie z.B. Knoblauch oder Kräuterölen, alles fest unter Kontrolle? Ja, es schien so! Der wahre Grund ist jedoch, dass Zecken sich an sehr heißen und trocknen Tagen auf Grund einer drohenden Austrocknungsgefahr verkriechen. Sie benötigen einen feuchten, warmen Lebensraum und halten sich vorzugsweise in Wiesen und Wäldern mit feuchten Auen auf. Während der mittelmäßigen Temperaturen bei recht hoher Luftfeuchtigkeit, ist für sie die richtige Zeit „zuzuschlagen“. Seit die Gefährlichkeit der Zecke als Überträger verschiedener Bakterien und Viren, vor allem im Bereich der Humanmedizin, bekannt ist, ist verständlicherweise auch die Sorge um eine mögliche Erkrankung bzw. Infizierung der Haustiere (nicht nur unserer Hunde) gestiegen. Zecken können also gefährliche Bomben mit sich tragen. Die Betonung liegt bei „können“ und „Bomben“. Denn nur in einigen wenigen Fällen „können“ sie Schaden anrichten.

 

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Was weiß man von der Entwicklung einer Zecke?
Inzwischen sind mehrere Zeckenarten bekannt, denen u.a. der Hund als Wirtstier dient. Ebenso werden sie inzwischen vermehrt für die Übertragung von Babesien und Ehrlichien verantwortlich gemacht, deren Symptome im ungünstigsten Falle eine Borreliose-Symptomatik unvorteilhaft kreuzen und keine korrekte Diagnosestellung ermöglichen. Wir schenken hier lediglich dem „gemeinen“ Holzbock „Ixodes ricinus“ Beachtung, da er, in Mitteleuropa am häufigsten verbreitet, zu den bekanntesten Zeckenarten zählt und alleine für die Übertragung der Borrelien verantwortlich ist. Etwa 20 Prozent der Ixodes ricinus gelten in Deutschland als Träger. Wobei diese Angaben starken regionalen Schwankungen ausgesetzt sind.

Alle Zeckenarten entwickeln sich grundsätzlich gleich: Je nach Umweltbedingungen legt ein Zeckenweibchen innerhalb von 4 – 20 Tagen bis zu 3000 – 5000 Eier ab. Temperaturen von 25 – 30 Grad und eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit (bis zu 90 Prozent) gelten als besonders günstig. Die Eier sind etwa 0,5 mm groß, rundlich und weiß.

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Bei günstigen Witterungsverhältnissen schlüpfen nach etwa 3 – 5 Wochen die sechsbeinigen Larven, die für ihre weitere

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Entwicklung zur achtbeinigen Nymphe mehrere Monate benötigen.

 

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Die Entwicklung zur fertigen achtbeinigen Zecke (Adultstadium) beträgt, auch wiederum von den passenden Witterungsverhältnissen abhängig, 2 – 3 Jahre.

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Ihre Lebensdauer wird auf etwa 4 Jahre eingeschätzt. Jedes Stadium saugt nur 1 x Blut, wobei Larve und Nymphen vorzugsweise Wald- und Wühlmäuse, die zu den Borrelienträgern zählen, ohne selbst zu erkranken, aber auch Vögel, Igel, ect. aufsuchen. Sie warten in Gräsern und niederem Gebüsch auf ihre Opfer, die sie mit an den Vorderbeinen befindlichen Sinnesorganen ausmachen. Sie werden am ehesten an dünnhäutigen Körperstellen gefunden, wie Ohrränder, -innenseiten, Augenlider, Schnauze, zwischen den Zehen…. . Die ausgewachsene (adulte) Zecke bevorzugt eher Körperstellen wie Kopf, Unterbauch, Schenkelinnenseite, u.ä.. „Nüchtern“ gerade einmal 2 – 5 mm groß, schwillt ihr Rumpf, bei ihrem 2 – 10tägigen Saugakt, bis zum 10fachen an. Alle Stadien wandern so lange auf ihrem Opfer herum, bis sie sich an einer geeigneten Stelle festsaugen. Alle Stadien können mit Borrelien infiziert sein und diese in jeder Entwicklungsstufe weiterreichen.

Die Borrelien
leben im Darm der Ixodes ricinus. Sie werden während einer Blutmahlzeit aktiviert. Frühestens nach einem 24 -48stündigen Saugakt gelangen sie mit dem Speichel der festgesaugten Zecke (Larve/ Nymphe) über die Einstichstelle zu ihrem neuen Wirt. Wird innerhalb dieser Zeit die Zecke entfernt, können keine Borrelien übertragen werden. Selbst danach wird davon ausgegangen, dass nur eine Übertragung bis zu 50 Prozent möglich ist.

Trotz intensiver wissenschaftlicher Bemühungen ist die Borreliosediagnostik immer noch sehr schwierig. Die Vielzahl der Symptome, die auftreten können, aber nicht zwingend sein müssen erschweren eine Diagnose erheblich. Das Erscheinungsbild der Borreliose ist einfach zu komplex, um sie jeweils von anderen infrage kommenden Ursachen trennen zu können. Beim Menschen (nicht anders beim Hund) weiß man, dass sich die Borrelien in den verschiedensten Organen festsetzen; so z.B. in Haut, Gelenken, Zentralnervensystem.

Die ersten auffälligen Symptome, die beim Menschen gefunden werden: Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber, diffuse- bzw. lokalisierte Muskelschmerzen, etc., also grippeähnliche Symptome, sowie fast immer die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Das 2. Stadium zeigt sich mit sehr wechselnden, z.T. sehr ausgeprägten neurologischen und/ oder kardialen, arthrogenen und opthalmologischen Beschwerden.

Die Borrelien
leben im Darm der Ixodes ricinus. Sie werden während einer Blutmahlzeit aktiviert. Frühestens nach einem 24 -48stündigen Saugakt gelangen sie mit dem Speichel der festgesaugten Zecke (Larve/ Nymphe) über die Einstichstelle zu ihrem neuen Wirt. Wird innerhalb dieser Zeit die Zecke entfernt, können keine Borrelien übertragen werden. Selbst danach wird davon ausgegangen, dass nur eine Übertragung bis zu 50 Prozent möglich ist.

Trotz intensiver wissenschaftlicher Bemühungen ist die Borreliosediagnostik immer noch sehr schwierig. Die Vielzahl der Symptome, die auftreten können, aber nicht zwingend sein müssen erschweren eine Diagnose erheblich. Das Erscheinungsbild der Borreliose ist einfach zu komplex, um sie jeweils von anderen infrage kommenden Ursachen trennen zu können. Beim Menschen (nicht anders beim Hund) weiß man, dass sich die Borrelien in den verschiedensten Organen festsetzen; so z.B. in Haut, Gelenken, Zentralnervensystem.

Die ersten auffälligen Symptome, die beim Menschen gefunden werden: Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Fieber, diffuse- bzw. lokalisierte Muskelschmerzen, etc., also grippeähnliche Symptome, sowie fast immer die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Das 2. Stadium zeigt sich mit sehr wechselnden, z.T. sehr ausgeprägten neurologischen und/ oder kardialen, arthrogenen und opthalmologischen Beschwerden.

Die Borrelioseinfektion bei einem Hund bleibt in den meisten Fällen unerkannt. Allerdings muss vorab dargelegt werden: Berichten aus den USA zufolge waren in einer über 2 Jahre dauernden Versuchsreihe etwa 50 Prozent aller getesteten Hunde infiziert. Jedoch zeigten lediglich 5 Prozent der infizierten (seropositiven) Hunde klinische Symptome wie Lahmheit, Gelenkschwellung und Apathie. Des Weiteren stellte man aber im gleichen Beobachtungszeitraum fest, dass ebenso viele seronegative Hunde gleiche Symptome entwickelten. Dies bestätigen schließlich auch deutsche Studien, die besagen, dass max. 2 Prozent aller infizierten Hunde tatsächlich erkranken. Hierbei waren wirkliche Spontanheilungen bekannt. Die für den Menschen vorliegenden Daten sind sicher auch auf den Hund übertragbar. Hier wird berichtet, dass NUR 0,3 bis 1,5 Prozent der infizierten Menschen tatsächlich erkranken! Selbst in zeckenverseuchten Gebieten trugen 90 Prozent der untersuchten Hunde ausreichend Borrelien-Antikörper, ohne jemals erkrankt zu sein. Daraus ist die Erkenntnis gereift, dass viele Haustiere und Menschen genetisch resistent sind/ sein müssen. Sicher ist, dass Hunde, die regelmäßig von infizierten Zecken gebissen werden, ausreichend Antikörper besitzen, ohne jemals zu erkranken. Wobei fraglich ist, ob die Studien einen bereits vorhandenen genetischen Hintergrund berücksichtigen konnten, zumal z.B. bei Wildtieren generell von einer „genetischen“ Resistenz ausgegangen wird.

Welche Symptome könnten bei einem Hund für eine Borrelieninfektion sprechen? Ähnlich wie beim Menschen besteht zuerst um die Einstichstelle die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans),

 

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die gelegentlich in stark behaarten Bereichen übersehen wird. Ein insgesamt gestörtes Allgemeinbefinden (Abgeschlagenheit, evtl. Fieber, Laufunlust) kann ein Anzeichen sein. Verstreicht dieses Stadium unbemerkt oder unerkannt, die Infektion festigt sich, entwickeln sich nach 3 – 5 Monaten Symptome wie Lahmheiten (auffällig weil wechselseitig und an verschiedenen Gelenken), Gelenkschwellungen (erhitzt) die nach wenigen Tagen wieder verschwinden um nach einer Pause von bis zu 4 Wochen und in weiteren Schüben mit größeren Abständen erneut aufzutreten.

Wann sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen?
Sobald Ihnen o.g. Symptome ohne möglichen anderen Hintergrund auffallen. Da die klinischen Befunde niemals eindeutig sind, muss zur Diagnose eine Titerbestimmung hinzugezogen werden. Jedoch ist ein Antikörpernachweis frühestens 2 Wochen nach der Infektion möglich. Wie jedoch bereits erwähnt, bilden über 98 Prozent aller Hunde selbst ausreichend Antikörper nach einer Infektion, so dass mit einer frühen Behandlung nur dann sofort begonnen werden muss, wenn die Symptome bereits sehr auffällig oder ein späteres Stadium erreicht haben. Meist wird eine 2. Titerbestimmung zur weiteren Diagnostik veranlasst.

Ist eine Impfung sinnvoll und gut?
Es werden heute schnell und gerne Impfungen gegen Borreliose angeboten. In Deutschland ist der Impfstoff Merilym erhältlich. Leider ist jedoch dieser Impfstoff lediglich gegen eine der verschiedenen „Borrelia burgdoerferi“-Arten (B.b. sensu lato), (weitere z.B. – B. b. sensi stricto, B. garinii, B. afzelii, etc.) wirksam. Alle diese weit überzähligen Arten besitzen eine sehr unterschiedliche Genospezies und somit sehr unterschiedliche, weil eigene, antigene Strukturen. Die Entwicklung eines geeigneten Impfstoffes ist nicht in Sicht.

Wann erfolgt die Impfung?
Die erste Impfung muss innerhalb von 4 Wochen und dann wieder in Abständen von jeweils 1 Jahr wiederholt werden. Wann ist eine Impfung nicht angebracht oder von Nachteil. Junge, kranke, krankheitsverdächtige oder trächtige Hunde dürfen nicht geimpft werden.Ferner muss sichergestellt werden, dass der zu impfende Hund früher keine Borreliose durchgemacht hat.

Das gibt zu denken!
Alle wissenschaftlichen Arbeiten und Ergebnisse wurden aus dem humanmedizinischen Bereich übernommen. Die Borreliose-Impfung gilt aufgrund ihrer Nebenwirkungen in der Humanmedizin als sehr umstritten. In den USA wurden Borreliose-Impfungen ganz eingestellt. Einige Tiermediziner empfehlen zusätzlich zur Impfung weitere Schutzmaßnahmen, wie Absuchen der Zecken, Einsatz von abtötenden Mitteln!?

Kann ich meinen Hund selbst schützen?
Halten wir noch einmal fest:
Max. 2 Prozent aller infizierten Hunde erkranken tatsächlich!!!!!!!!
Frühestens nach einem 24-48stündigen Saugakt gelangen die Bakterien….
Die erste Handlung sollte also nach einem Spaziergang aus ausgiebigem Kämmen mit einem feinen Kamm bestehen. Weitere Zecken lassen sich (vor dem Fernseher, auf der Couch, während dem Lesen, Kochen, Essen, etc…..) erkraulen (-streicheln) und werden irgendwie (!!!), möglichst schnell, herausgedreht. Sollte der Kopf tatsächlich in der Haut stecken bleiben, wird er innerhalb von 2 Tagen abgestoßen. Kratzt oder beißt sich der Hund an der Saugstelle, lindert Zinkpaste den Juckreiz und beugt einer Entzündung vor. Es gibt verschiedene Insektizide, Bakterienkiller, etc…, auf dem Markt, deren Nebenwirkungen allseits weit heruntergespielt werden.So hat sich bereits mehrfach gezeigt, dass sogenannte Spot-on-Präparate zu dem gefürchteten Hot Spot (akut nässende Dermatitis) führen kann. Viele auf dem Markt erhältliche Präparate sind kaum – oder nicht wirksam. Laut Stiftung Warentest schneiden die besten Produkte mit gerade „befriedigendem“ Ergebnis ab. Zu empfehlen sind amitratzhaltige Zeckenschutzbänder, deren Wirkung mit „gut“ bezeichnet werden (z.B. Kiltex/ Bayer). Aber auch hier ist zu bedenken, dass die anhaftenden Mittelchen nicht „ohne“ sind. Zeckenschutzbänder haben sicher gegenüber Spot-on-Präparaten den Vorteil; man kann sie gegebenenfalls (Krankheit, Allergie, etc.) abstreifen. Ferner bleiben ihre Wirkstoffe „im“ Fell. Verschiedentlich wird von sehr guten Erfolgen mit Knoblauch (das ganze Jahr über frisch täglich unter das Futter) berichtet. Auch Versuche mit Eukalyptus- und Rosmarienöl (einige Tropen zu gleichen Teilen vermischt im Fell verteilt) können wirkungsvoll sein.

Wanderröte (Erythema migrans)
Beobachten Sie besonders auffällige „ erhabene“ Bißstellen und suchen Sie nach auffälligen Hautveränderungen, die sich fünfmarkstückgroß um den Zeckenbiss zeigen (weißer Innenhof, roter Randstreifen) (sh. Abbildung o.). Folgen keine weiteren Symptome, wie gestörtes Allgemeinbefinden (Abgeschlagenheit), evtl. Fieber, Laufunlust) ist keine Behandlung erforderlich. Da sich einmal festgesetzte Erreger gerne „verstecken“, kann eine weitere Behandlung, im ungünstigsten Fall nach einigen Monaten, erforderlich werden.

Zusammengefasst ist die Wahrscheinlichkeit einer Borreliose-Erkrankung unserer Hunde zu gering, als dass man sie den „Impf- und Behandlungsversuchen“ noch längst nicht zufriedenstellender und ausreichend erprobter Mittel aussetzt und somit mögliche spätere Folgen in kauf nimmt, die heute noch niemand wirklich vorhersagen kann.

Das Erkrankungsrisiko wird stark überschätzt. Das Gesundheitsrisiko durch „Gegenmaßnahmen“ wird unterschätzt oder heruntergeredet.

Einmal davon ganz abgesehen; welche Probleme und Gefahren werden grundsätzlich nicht beachtet? Hierzu ein ganz einfaches Beispiel: die Blumenpflege! Man schenkt Ihnen eine wunderschöne Zimmerpflanze. Sie macht sich prächtig auf der Fensterbank, neben allen anderen Pflanzen. Nach 2 Wochen entdecken Sie, da ist etwas im Busch (Blatt). Es muss schnell etwas unternommen werden! Also greift man zu einem Insektizid! Nach wenigen Tagen ist Ihre neue Pflanze „frei“, Sie atmen auf! Aber nicht für lange, denn ganz „harte“ haben den Kampf überlebt! Sie greifen erneut zur Spraydose und müssen feststellen, dass die Lage hoffnungslos ist, weil nämlich die „Überlebenden“ eine Resistenz gegen das Mittel entwickelt haben. Übertragen wir das nun auf die Bekämpfung der vielen für unsere Hunde in frage kommenden Erreger Viren, Bakterien, aber auch Würmer(!). Je mehr mit Insektiziden gearbeitet wird, desto mehr bessere und immer „härtere“ Präparate müssen entwickelt werden, weil die zuvor angewandten wirkungslos werden.

Eine oft erwähnte Infektion des Hundes, durch die FSME (Frühsommermeningitis) ist mehr als unwahrscheinlich. Nach bisherigen Untersuchungen handelte es sich in den bekannt gewordenen Fällen immer um andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptombildern. Eine tatsächliche Anfälligkeit von Hunden konnte bisher nie nachgewiesen werden.

Zuletzt ist noch die gelegentlich im Zusammenhang mit einem Zeckenbiss auftretende „Zeckenstichparalyse“ zu nennen. Sie ist beängstigend, aber in keinem Fall bedrohlich! Der Hund zeigt Lähmungserscheinungen, Koordinationsstörungen der Hinterhand, bis hin zum Festliegen, bedingt durch eine fortschreitende Lähmung der Muskulatur. Hier handelt es sich lediglich um eine toxische Myopathie, verursacht durch ein Nervengift, das einige Zeckenarten mit ihrem Speichel auf das Wirtstier übertragen. Die Lähmungserscheinungen verschwinden sofort nach Entfernung der Zecke.