Der Trächtigkeit

1. Woche
In der ersten Woche, wenige Tage nach dem Deckakt, ändert sich noch gar nichts. Bei genauer Beobachtung zeigen sich viele Hündinnen dennoch schon ruhebedürftigern, schlafen etwas mehr. Da eine gute Ernährung abwechslungsreich ist, kommt dem Futter noch keine Bedeutung zu. Auch die Futtermenge bleibt unverändert. Die Eizelle vergrößert sich in den ersten Tagen nach der Befruchtung nicht, obwohl die Zellteilung sehr schnell voranschreitet. Etwa 6 Tage benötigt sie (jetzt Zygote genannt) für den Weg durch den Eileiter hinab zur Gebärmutter.

2. Woche – 8. Tag
Eine leichte Schwellung und Rötung der Zitze ist vielleicht schon zu bemerken. Sie besagt nichts, da diese auch bei einer Scheinträchtigkeit vorzufinden sind. Der Appetit ist unverändert. Die Frucht ist zwar immer noch nicht größer als eine unbefruchtete Eizelle, hat aber jetzt, bei ihrem Eintritt in die Gebärmutter, die Form einer Maul- oder Brombeere. Daher die Bezeichnung Morula. Bisher ernährte sie sich aus eigenen Vorräten. Mit dem Eintritt in die Gebärmutter übernehmen die Uterusdrüsen die Versorgung mit Nähr- und Aufbaustoffen. Alle befruchteten Eizellen verteilen sich gleichmäßig in beiden Gebärmutterhörnern.

3. Woche – 15. Tag
Warten! Auf die ersten untrügerischen Anzeichen. Es lassen sich noch keine Änderungen erkennen. Es gibt keine Futterprobleme. Jetzt zum Ende der 2. Woche zeigt sich vielleicht zum 1. Mal eine leichte Übelkeit. Erbrechen von gelbgrünem Schleim ist möglich. Meist ist das eine einmalige „Angelegenheit“. Etwa am 16. Tag nach der Befruchtung nisten sich dir Früchte in der vorbereiteten Gebärmutterschleimhaut ein. Ähnlich einer Perlenkette liegen sie getrennt voneinander wie an einer Schnur aufgereiht. Erst jetzt beginnt die eigentliche Trächtigkeit. Die Gebärmutter übernimmt die Versorgung der Winzlinge (jetzt Embryo genannt). Mit ihren etwa 7mm nehmen sie sogar schon Formen an. Erst zu diesem Zeitpunkt stellen sich, wenn überhaupt, die sogenannten „Schwangerschaftsbeschwerden“ ein. Viele Hündinnen neigen in diesem Trächtigkeitsstadium zu mehr oder weniger häufigem Erbrechen, da sich der gesamte Stoffwechselhaushalt auf die veränderten Bedingungen einstellen muss.

4. Woche. – 22. Tag
Endlich, das erste und einzige absolut sichere Zeichen (das einzige, das bei einer Scheinträchtigkeit nicht vorhanden ist) der Trächtigkeit, ein zäher, farb- und geruchsloser Scheidenausfluss, ähnlich wie Eiklar zeigt sich. Dieser begleitet, mal mehr mal weniger stark, die restlichen Trächtigkeitswochen. Obwohl der Futterplan sehr abwechslungsreich ist, so recht Appetit kommt jetzt vielleicht nicht mehr auf. Mal hier ein Häppchen, da ein Häppchen. Trotz der „strengen Diät“ wird eine deutliche Schwellung beidseits hinter den Rippenbögen recht auffällig. Auch die Spaziergänge können, je nach Größe des Wurfes, lästig sein.

  • Jetzt entwickelt sich der Kopf, die Beine setzen sich als ganz winzige Knospen vom übrigen Körper ab.
  • Die Bildung der inneren Organe – der Herzschlag ist erkennbar.
  • Ende dieser Trächtigkeitswoche zeigen sich Augenlider, Ohren und Tasthaare eben so deutlich wie Beinchen, Füße und Zehen.

5. Woche – 29. Tag
Der Appetit lässt nach, oder aber nimmt rasant zu. Dem Ruhebedürfnis der trächtigen Hündin muss nun auch nachgegeben werden.

  • Gut 2 cm misst der Embryo jetzt, bei gerade einmal 0,75g.
  • Das Geschlecht ist erkennbar.

Der Leibesumfang der Hündin nimmt deutlich zu. Er sagt jedoch nichts über die zu erwartende Wurfgröße aus, da die Fruchtwassermenge, oder der Fettansatz bei zu üppiger Fütterung, mit von Bedeutung ist.

6. Woche – 36. Tag
Die Trächtigkeit ist zum Ende der 6. Woche nicht mehr zu übersehen. Die Mahlzeiten werden nach Wunsch zubereitet und auf 4 Portionen pro Tag verteilt. Da der Hormonhaushalt sich nun eingependelt hat, fühlen sich die meisten Hündinnen sehr wohl; werden sogar übermütig. Die Foeten (so die Bezeichnung jetzt) haben inzwischen eine Größe von gut 6 cm erreicht. Ihre Fruchthüllen liegen jetzt auf Grund der Größe dicht beieinander. Beide Gebärmutterhörner sind gleichmäßig ausgebeult und ähneln praller Bauernleberwürste. Die Milchleisten prägen sich deutlicher aus und gelegentlich kann sich schon ein etwas klebriges Sekret (Vormilch) zeigen.

7. Woche – 43. Tag
Die Nickerchen werden immer länger, die Spaziergänge immer kürzer. Sie werden den Bedürfnissen angepasst (für jede Hündin unterschiedlich). Zu Wochenbeginn ist eine Kotprobe und/ oder Entwurmung mit einem milden Mittel (Banminth) ratsam.

8. Woche. – 50. Tag
Endlich! Das 1. Pochen wird entdeckt. Die im Haus aufgestellte Wurfkiste wird genau kontrolliert und für geeignet befunden?
Es ist wichtig, ab jetzt den Scheidenausfluss regelmäßig zu kontrollieren. Verfärbungen oder Geruch können Anzeichen für eine gestörte Trächtigkeit sein und würden ein sofortiges

  • tierärztliches Eingreifen erfordern.
  • Das Gesäuge wird 1x täglich mit wenig Ringelblumensalbe gepflegt.
  • Der Appetit lässt in den letzten 1-2 Wochen (besonders bei großen Würfen) nach. Es ist einfach kein Platz für MEHR.
  • Jetzt ist leicht verdauliche Nahrung wichtig, die den Magen nicht lange belastet. Besonders geeignet sind Hüttenkäse, mageres, rohes Rindfleisch, frischer magerer grüner Pansen, Joghurt, sowie gegartes nicht blähendes Gemüse (soweit die Hündin diese Beilage mag).
  • Fertigfutter jeglicher Art ist schwer verdaulich und ungeeignet.

9. Woche – 57. Tag
Nicht jede Hündin wartet nun entspannt auf die Geburt ihrer Babys. Übelkeit und Erbrechen von gelbem Schleim sind keine Seltenheit. Häufigere Verdauungsgänge werden beobachtet und so manche Nacht gibt es keine Ruhe. Regelmäßige kleine Spaziergänge sind für die Geburtvorbereitung sehr wichtig. Ebenso für die Kondition. Gelegentlich sollte die Temperatur (Darm) gemessen werden, um einen Anhaltspunkt für den oft beschriebenen Temperatursturz zu haben. Bei einer normalen Körpertemperatur von durchschnittlich 37,5 °C liegt dieser zu diesem nur sehr kurzen Zeitpunkt bei etwa 36-36,5°, um anschließend wieder rasch anzusteigen. Dieser Temperaturabfall und -anstieg ist ein deutliches Zeichen für die anstehende Geburt. Nun wird innerhalb von 4 Stunden, meist aber erst nach 8-10 Stunden die Geburt einsetzen. Ist dies nicht der Fall, muss nach max. 24 Stunden ein Tierarzt zu Rate gezogen werden, da möglicherweise mit einer Wehenschwäche, Geburtsstörung, etc. zu rechnen ist.

  • Die Welpen sind jetzt fertig entwickelt.
  • Ihr Welpenfell ist noch nicht ganz ausgeprägt.
  • Das Köpfchen ist noch fast nackt.
  • Das durchschnittliche Gewicht beträgt etwa 300-350g.

Bei entsprechender Vorbereitung (Rotlicht, Wärmekissen, Wärmebett, ect.) bestehen jetzt, selbst bei einer vorzeitigen Geburt gute Überlebenschancen.

58. Tag
Das Spaziergang wird jetzt meist nur noch unter Protest nachgegeben. Dafür häuft sich die Pippirunde im Garten. Die Ernährung sollte nun wenige Ballaststoffe enthalten, da diese unnötig viel Platz benötigen und den Verdauungstrakt zu lange belasten.

59. Tag
Die Vor- oder Senkwehen setzen ein. Die Hündin zeigt sich unruhiger. Vielleicht werden „Krater“ im Garten als Wurfstätte ausgearbeitet, als Folge und Zeichen der Hormonumstellung. Diese „Tätigkeit“ soll, wenn die Gartengestaltung es erlaubt, nicht unterbunden werden. Ist sie doch ein Bestandteil der Geburtsvorbereitungen. Der Bauch ist, unter den Senkwehen oft sehr hart. 3-4 Tage vor der Geburt erschlaffen, durch die geburtsvorbereitenden Hormone, die Bänder der Gebärmutter. Der Bauch senkt sich nun herab und ähnelt einer Birne. Die Hündin zeigt deutlich eine Entlastung von Herz, Lunge und Atmung. Die meisten Hündinnen ziehen sich nun, wie gewünscht, in die Wurfkiste zurück. Oder aber sie sucht sich selbst ein ganz anderes Wochenbett aus?

Ab dem 60. Tag
Der Appetit kann ungebremst sein, aber auch völlig nachlassen, so dass alles „Gute“ verweigert wird. Viele kleine Spaziergänge, vielleicht nur die Runde durch den Garten, sind Pflicht. Und, da es schon vorgekommen ist, dass eine Hündin einen Welpen im Garten geboren hat und die Züchterin erst am nächsten Tag die traurige Entdeckung machte, sind alle Runden im Dunkeln NUR MIT Taschenlampe zu machen. Jedes Geschäftchen wird beobachtet. Der Scheidenausfluss wird kontrolliert, da jede Veränderung ein Geburtszeichen oder aber auch ein Warnsignal sein kann. Etwa 24 Stunden kündigen deutliche Ermüdungszeichen (angelegte Ohren, hängende Augenlider und Lefzen) den Geburtsbeginn an. Das Gesäuge wird mit warmem Wasser vorsichtig gereinigt (nicht die Zitzen massieren!) Die Wurfkiste wird für die Geburt mit ausgekochten Tüchern und Decken ausgelegt. Man schlägt sein eigenes Ruhelager in der Nähe der Hündin auf.