Hüftgelenksdysplasie – HD

HD ist in erster Linie eine Sammelbezeichnung für angeborene oder erworbene Fehlstellungen und/ oder Störungen der Verknöcherung des Hüftgelenkes bei einem Neugeborenen. Sie sollte doch eigentlich, insbesondere für die Rasse Hovawart, kein Thema mehr sein?!

Die HD zählt zu den Erkrankungen die, soweit die Zuchtmasse einer Rasse/ eines Vereines es bisher zuläßt, schon seit vielen Jahren selektiert wird. Bereits Mitte der 40er Jahre beschäftigten sich Forscher in den USA mit dieser hier noch unbekannten Fehlentwicklung der Hüften von Hunden. Die Vermutung, später das Wissen, um den genetischen Hintergrund hatte zur Folge, dass schließlich Mitte der 50er Jahre, auch in Deutschland, wie in einigen anderen Ländern, erste Hundezucht-Verbände dieser Gelenkserkrankung mehr Beachtung widmeten. Schließlich nicht ohne Grund, da mit dem Import deutscher Hunde, hier besonders von Schäferhunden in die USA, eine HD-Freiheitsbescheinigung nachgewiesen werden musste.

Ernste Bemühungen in der Hovawart-Zucht unternahm der erste Hovawart-Zuchtverein im VDH, der RZV. Ab 1962 erfolgt die Beachtung erster HD-Befunde, wenn auch nur für wenige einzelne Elterntiere. Verfolgt man nun die Entwicklung dieser Kontrollen und Zuchtbemühungen, so wird sehr deutlich, dass ein großer Teil der bis dahin registrierten und zur Zucht eingesetzten Hovawart-Hunde hochgradig dysplastische Hüften besaßen. Insofern fielen die HD-Befunde der Nachkommen entsprechend aus. Soweit die Ergebnisse einzelner Würfe tatsächlich veröffentlicht wurden (viele HD-Aufnahmen wurden gar nicht erst zum Auswerten eingesandt), zeigten sich die Ergebnisse auch nach ersten Selektierungsmaßnahmen, durch Auswahl hin zur besseren Hüfte, lange noch sehr „durchwachsen“. D.h. viele Auswertungen lauteten weiter lange Zeit HD-leicht, HD-mittel oder HD-schwer. Wie tief diese Probleme in einer Zucht verankert sein können, wird dadurch ersichtlich, dass noch bis 1966 Hovawart-Hunde mit einem Befund von HD-mittel zur Zucht eingesetzt wurden. Zu dieser Zeit wird bereits mit Hilfe von Reihenauswertungen durch Prof. Müller und Prof. Saar (der auch heute noch diese Aufgabe durchführt) selektiert. Erst danach hatte man ausreichend „Zuchtmaterial“ mit guten Hüften, so dass 1967 bereits, neben HD-frei und HD-Verdacht, maximal noch HD-leicht zur Zucht eingesetzt werden durfte. Zu Beginn der 80er Jahre erlaubte die Zahl der zur Zucht zur Verfügung stehenden Hovawart-Hunde mit gesunden Hüften eine weitere Einschränkung, so dass bis Ende der 90er Jahre lediglich die Befunde HD-frei und HD-Verdacht zum Zuchteinsatz kamen.

Verfolgt man bis zu diesem Zeitpunkt die Entwicklung der Gesundheit der Hüften in der kontrollierten Hovawart-Zucht, so wird sehr deutlich, dass diese Selektionsmaßnahmen wichtig, weil erfolgreich, waren. Ob auch die vor einigen Jahren weiter vorgenommene Einschränkung, der Ausschluss von Hunden mit HD-Verdacht, Sinn macht, wage ich zu bezweifeln. In den vergangenen Jahren hat sich die HD-Statistik nicht wesentlich bewegt. Nach wie vor finden sich HD-Befunde unterschiedlichen Grades, wenn auch nur zu einem geringen Prozentsatz in tatsächlich „auffälliger“ Form, in allen Zuchtvereinen in denen die Zuchtauslese, hin zu guten Hüften schon einige Jahrzehnte praktiziert wird. Eine strenge Selektion ist sicher für einen großen Zuchtverein leichter zu verarbeiten, als in einer kleinen „Zuchtmenge“. Dennoch ist gerade in einem kleineren Verein das Wissen um den genetischen Hintergrund eines jeden Hundes besonders wichtig, um nicht irgendwann einmal vor einem völlig unerwarteten Rückfall zu stehen.

Was haben nun unsere Hovawart-Hunde mit diesen Zuchtbemühungen gemeinsam?
Schauen wir in ihre Ahnenpässe! Je älter unsere Hunde sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich ein HD-Verdacht oder HD-leicht in ihren Ahnenreihen findet. Jedoch könnte man weitere Generationen bis in die 70er Jahre verfolgen, die Zeit in der ein Teil der Ahnen unserer Hovawart-Hunde, aber auch die meisten aller weiteren Hovawart-Zuchten, aus der des VDH stammen, so würde sich diese Frage erübrigen, denn in dieser Zeit finden sich reichlich Befunde von HD-mittel und HD-schwer. Einer dieser, auch in unseren Ahnenreihen (wenn auch längst nicht mehr in den Ahnenpässen ersichtlich) vertretene Vererber, ist „Barko vom Teufelsee“, HD-mittel (Züchter Dr. Bengefort). Seine Mutter „Cora vom Kandertal“, HD-mittel, ist kaum aus der damaligen Zucht wegzudenken und in vielen, auch noch heutigen Linien in allen Zuchtvereinen mit vertreten. Ebenso ihr Vater „Ommo vom Trollhof“, HD-mittel. Barko, im Besitz der Vereinsgründerin des Hovawart-Club Goslar, wurde dort 2malig (G-Wurf 1973 / H-Wurf 1974 von Bellevue) zur Zucht eingesetzt. Ein hoher HD-Anteil machte sich, soweit nachweisbar, in einzelnen seiner Nachzuchten deutlich bemerkbar. Mit verantwortlich für die folgende Entwicklung war aber sicher in 1. Linie die Unwissenheit der Züchter und „jungen“ Vereinsführung, da entweder nicht alle Nachkommen der Folgegenerationen geröntgt, oder aber ihnen positive HD-Befunde nicht bekannt gemacht wurden.

Angesichts der Tatsache, dass heute immer noch in allen Zuchten, wenn auch ganz selten, positive Befunde in einem Wurf auftauchen, obwohl seit vielen Generationen eine Kontrolle und Selektion auf gute Hüften erfolgt, wird deutlich, wie viel Einfluss leider auch jetzt noch, nach über 40 Jahren Selektion, der genetische Hintergrund auf die Hundezucht nehmen kann, wird er nicht beachtet. Über viele Generationen mit HD-freien Hunden zu züchten, gibt immer noch keine Hoffnung, dass in der Zukunft keine HD-Untersuchungen mehr notwendig sein werden, um mit gutem Gewissen eine Zucht führen zu können.

„Warum röntgen“, wenn kein Zuchtinteresse vorhanden ist? Die Argumente des Züchters: Gesundheitsvorsorge und Zuchtverantwortung! Wie kann es angehen, dass ein bewegungsfreudiger, springender, rennender und tobender Hund eine kranke Hüfte hat? Wozu Gesundheitsvorsorge, wenn doch alles in Ordnung erscheint? Wozu Zuchtverantwortung, wenn man doch gar nicht züchten will?

In den ersten gemeinsamen Wochen mit einem sehr schnell wachsenden, fröhlichen Welpen kommen vielleicht Bedenken? Wie soll man einem Welpen verständlich machen, dass sein Temperament und seine übermäßige Bewegungsfreude für seine Knochen ungesund sind? Wie ihn daran hindern, doch noch schnell die Treppe hinaufzulaufen, wenn die Zweibeiner vergessen das Gitter zu schließen? Wieviel Auslauf ist für einen solchen Welpen richtig? Vielleicht ist es das schlechte Gewissen auf Grund so mancher Unachtsamkeit? Oder mehr noch die Unsicherheit? Wie viele große Hunde sind von ihr betroffen? Wie äußert sie sich? Irgendwann sucht man nach Auffälligkeiten im Bewegungsablauf. Ermüdete er nicht schneller als andere Welpen? Und diese Auffälligkeiten kommen! Meist im Alter von 4-5 Monaten. Diese „wackelige schwache“ Hinterhand? Mit 6 Monaten scheint es, als könnten sich Vorderbeine und Hinterbeine während des Laufen (noch schlimmer bei ganz normalem Gang) nicht so recht einigen… Die Hinterpfoten werden sehr „seltsam“ gesetzt und das Schaukeln der Hinterhand ist bedenklich. Und schließlich dann noch die Aussage des um Rat gefragten Tierarztes, der auch ohne Röntgenuntersuchung, aber mit „geschultem“ Blick, eine ungute Hüftentwicklung prognostizierte. Vielleicht aber tröstet: „Das macht nichts. Damit wird ihr Hund uralt.“

Auch wenn immer noch seitens einzelner Zuchtvereine und Züchter nach der „Entstehung“ und deren „Vermeidung“ gefahndet wird, es besteht kein Zweifel darin, dass die Hüftgelenkdysplasie genetisch bedingt ist, wenn auch sehr stark in ihrem Ausmaß durch Aufzucht, Haltung und Ernährung positiv oder negativ beeinflussbar. Auch wenn das Wissen um den Erbgang nicht angenehm ist, es wird sich kein Zuchtverein, kein Züchter einer Rasse, dieser Tatsache entziehen können. Somit ist verständlich, dass die Qualität einer Zucht, die Gesundheit der geliebten Rasse von dem Wissen um mögliche Probleme durch genetisch bedingte negative Veranlagungen, sehr abhängig ist. (Es darf natürlich nicht vergessen werden, dass eine Vielzahl anderer genetisch verankerter Erkrankungen Vereine und Züchter gelegentlich vor große Aufgaben stellen. Mängel, die für eine Zucht weitaus problematischer sind.) So wird ein verantwortungsbewusster Züchter immer seine weiteren Zuchtpläne von den „Ergebnissen“ seiner Nachzucht abhängig machen. Nicht zuletzt liegt es in seinem Interesse, dass die von ihm gezüchteten Hunde ein gesundes Skelett aufweisen.
So ist das Bemühen eines jeden Züchters sehr wichtig, seine Welpenkäufer von der Dringlichkeit der Röntgenuntersuchung zum Ausschluss einer HD zu überzeugen. Es liegt aber nicht nur in seinem Interesse, dass die von ihm gezüchteten Hunde alle dieser Röntgenkontrolle unterzogen werden, sondern im Interesse aller Zuchtbeteiligten eines Vereines, so insbesondere in dem der Hundebesitzer von heute und morgen. Denn so wie in allen Belangen (Schönheit/ Wesen/ Gesundheit), kann nur ein ganzer Wurf aussagekräftig sein. Welche Aussagekraft haben 5 Hunde aus einem 10er-Wurf auf die Qualität einer Verpaarung? Hierzu gehört nicht zuletzt der Nachweis der gesunden Hüften. Nur 50%? Das reicht unter Berücksichtigung des genetischen Hintergrundes für eine „kontrollierte“ Zucht nicht aus!

Das Hüftgelenk
ist ein Kugelgelenk und setzt sich aus der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) und dem Hüftgelenkskopf (Caput femoris) zusammen. Als Kugelgelenk ist das Hüftgelenk prinzipiell in allen Richtungen frei beweglich. Die Beweglichkeit wird durch die Einfassung des Hüftgelenkkopfes in die Hüftgelenkspfanne sowie von Bändern und Muskeln eingeschränkt. Die Hüftgelenkspfanne umschließt den Hüftkopf zu deutlich weniger als 50% seiner Oberfläche. Somit wird einerseits eine hohe Beweglichkeit des Hüftgelenkkopfes in der Gelenkkapsel ermöglicht, andererseits kann er aber auch, in ungünstigen Verhältnissen, wie z.B. zu flache Pfanne, leicht aus der Hüftgelenkspfanne herausgleiten (luxieren). Hierbei kommt dem Bandapparat, besonders in der Entwicklungsphase, wie der Hinterhandmuskulatur im fortgeschrittenen Alter, zusätzlich eine ganz wichtige Bedeutung zu. Ein schlaffer Bandapparat erlaubt ungünstige Bewegungen innerhalb des Gelenkes (sh. unten).

Der genetische Hintergrund der Hüftgelenksdysplasie
Auch wenn die Bezeichnung HD lediglich ein Sammelbegriff für angeborene oder erworbene Fehlstellungen und/ oder Störungen der Verknöcherung des Hüftgelenkes, eine Abweichung der Gewebestruktur vom „Normalen“ darstellt, sie ist im Grundsatz von mehreren Genen bestimmt = polygener Erbgang! Der polygene Erbgang lässt sich besonders gut an einem anderen Beispiel, nämlich dem Gebiss, verdeutlichen: Auch das Gebiss unterliegt einem polygenen Erbgang. Denken wir an den „Rückbiss“, der wiederum in seiner Ausprägung durch mehrere Faktoren bestimmt wird, wie Anzahl der Zähne, ihrer Größe, sowie der Breite und Länge von Ober- und Unterkiefer, die ebenso getrennt voneinander vererbt werden. Es sind also auch hier verschiedene Gene verantwortlich für die „Passgenauigkeit“, ebenso wie für die eines Gelenkes. Jedoch spielen bei der Ausprägung der HD viele weitere Faktoren (aus Umwelt, Haltung und Ernährung) eine Rolle = multifaktorell. Aus diesem Grund bringt die Verpaarung 2er HD-freier Hunde keine Garantie für HD-freien Nachwuchs, da zum Einen mehrere Gene zusammenwirken, aber auch die gesamten Umwelteinflüsse eine bedeutende Rolle spielen. Es lässt sich anhand von Statistiken belegen, dass die Bewertung „HD-frei“ für einen einzelnen Hund eines Wurfes keine Aussagekraft auf seinen Zuchtwert hinsichtlich gesunder Hüften hat, wenn z.B. alle oder die meisten seiner Geschwister hochgradig HD haben.

Wie entwickelt sich eine HD?
Ein Kugelgelenk, wie das der Hüfte, ist in seiner Entwicklung abhängig von einem korrekten Zusammenspiel seiner „Flächen“ (Reibung). Die Gelenke eines neugeborenen Welpen bestehen aus Knorpel, der im Rahmen der normalen Entwicklung fortlaufend durch Knochensubstanz ersetzt wird. Für die gleichmäßige und passgenaue Verknöcherung des Hüftgelenkes ist verständlicherweise die korrekte richtige Stellung von Hüftkopf zu Hüftpfanne unerlässlich, da nur so, bei allen Bewegungen des Hüftgelenkes, die Belastungen aber auch beteiligten Kräfte, eine richtige und gleichmäßige Verknöcherung des Gelenkknorpels fördern. Das im Welpenalter noch „weiche Gelenkmaterial“ benötigt mehrere Monate, bis es seine endgültige Form und Festigkeit hat. Ist nun die Stellung von Hüftkopf und Hüftpfanne nicht korrekt (Fehlstellung), wird der gesamte beteiligte Gelenkknorpel sich entsprechend in seiner „falschen Stellung“ entwickeln und ungünstig verknöchern. D.h. die Ausbildung von Hüftpfanne und Hüftkopf in ihrer korrekten Form ist durch solche Fehlstellungen nicht möglich. Hierdurch wiederum ist das Gelenk nur mangelhaft funktionsfähig. Zwangsläufig führt diese fehlerhafte Funktion zu Schäden, wie rasche anschließende Arthrose und somit zu massiven Beeinträchtigungen des Bewegungsablaufes.

Neben diesen Fehlstellungen sind nicht zuletzt für das Maß der Ausbildung HD jedoch verschiedene Entwicklungsstörungen in den „Anlagen“ eines Hüftgelenkes mit verantwortlich. Fällt z.B. die Anlage der Hüftgelenkspfanne zu klein aus, kann sich der ebenso noch unvollständig entwickelte Hüftkopf, auch bei anfänglich richtiger Position (Stellung), in seiner Hüftgelenkspfanne nicht an der richtigen (zentrierten) Stelle platzieren. Der Gelenkknorpel wird nicht gleichmäßig belastet, an einigen Punkten zu wenig an anderen zu stark. Die Folge ist eine falsche Abnutzung aller Gelenkinnenflächen, die seine Entwicklung zur runden Endform und einem korrekten Zusammenspiel mit einer korrekt passenden „Pfanne“ nicht zulässt. Gleiche Probleme finden sich bei umgekehrtem Größenverhältnis: Eine korrekt angelegte tiefe Hüftpfanne kann einem zu kleinen oder unrunden Oberschenkelkopf keinen festen Halt bieten. Ist der Gelenkkopf zu klein (die Pfanne zu groß), seine Bewegungsfreiheit in der Pfanne unkontrolliert, so schadet das der gesamten Gelenkentwicklung in verschiedener Weise. Zum Einen wird der Gelenkkopf nicht seine korrekte Position einnehmen. Zum Anderen ist durch die fehlende Passgenauigkeit der Gelenkspalt zu weit. Hierdurch wird Arthrose begünstigt (Arthrose ist in einem Gelenk immer ein Zeichen zu großer „Bewegungsfreiheit“). Eine Muskelanomalie des M. Pectineus soll nebenbei erwähnt werden. Dieser Muskel ist an den Oberschenkelkopf angeheftet und bei jeder Bewegung der Hinterhand in Aktion. Es wird vermutet, dass ein verkürzter Muskel den Oberschenkelkopf zu stark in der Bewegung beansprucht und somit kein korrektes Zusammenspiel zwischen Gelenkkopf und -pfanne ermöglicht. Die Durchtrennung dieses Muskels gehört zu den einfachen und häufigeren operativen Korrekturen.

Läßt sich die Entwicklung einer HD beeinflussen?
Einmal abgesehen von den Zuchtbemühungen hin zur fehlerfrei funktionieren Hüfte, gibt es sicher einige Möglichkeiten, die Entwicklung einer Hüfte selbst zu verbessern, auch wenn dadurch ihre Vererbung nicht beeinflussbar ist. So bietet die vernünftige Aufzucht, Ernährung und Haltung doch wesentlich günstigere Voraussetzungen für eine gute Entwicklung. Es läßt sich notfalls das Auftreten klinischer Symptome und das Fortschreiten der Entwicklung hinauszögern und auch in ihrem Ausmass beeinflussen. Es wurden (werden) seit Bekanntwerden der HD die verschiedensten Vorsorge- und Therapiemöglichkeiten ausgearbeitet, Forschungsprogramme erstellt und jeder sah (und sieht) in seiner Arbeit brauchbare Entdeckungen. Es wurden Hormone, Vitamine (insbesondere C), verschiedene Ernährungsmöglichkeiten ausgetestet, ebenso wie verschiedene Bewegungseinschränkungen (z.B. eingesperrt in kleinsten Räumlichkeiten) ausgetestet. Und jeder hatte (hat) auf seine Weise Erfolg. Jedoch gelten diese Erfolge lediglich für die jeweiligen Versuchsreihen, was sehr schnell verdeutlichte, dass alle Bemühungen letztendlich doch von “Genen” ausgebremst werden.

Welche Hunde sind besonders anfällig für eine Hüftgelenksdysplasie?
Beschränkte sich das Augenmerk bis noch vor einigen Jahren hauptsächlich auf große Hunderassen, weiß man, dass diese Aussage nicht richtig ist. Einmal davon abgesehen, dass Rassehunde wie Mischlinge gleichermaßen HD-positive Befunde bringen (aber wer röntgt schon ohne Dringlichkeit?), so zeigt sich, es ist nicht die „Krankheit“ der „Großen“. Egal ob groß (Hovawart), mittel (Retriever), klein (Beagle) etc…

Ich erinnere mich der Einführung der Gefahrenhundeverordnung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden kleinere Rassen nicht zur Hüftgelenkskontrolle herangezogen. Nun wurde diese Untersuchung z.B. auch zur Pflicht für die Bullterrier-Zucht. Viele Rassehundezüchter waren über die Folgen sehr erbost. Es blieben ihnen nämlich nur noch sehr wenige Hunde für eine weitere Zucht, da die meisten ihrer Zuchthunde auf Grund von HD-mittel und HD-schwer aus der Zucht genommen werden mußten. Solche „Entdeckungen“ widerlegen die These, dass HD die Krankheit der Großen ist. Jedoch führte sie auch zu der falschen Aussage, dass es seither mehr positive HD-Befunde gibt. Das ist so nicht richtig! Tatsache ist nun einmal, dass wesentlich mehr Hunde untersucht und somit erfasst werden, als in den Jahren zuvor. Es ist ebenso wenig das schnelle Wachstum der großen Hunde für die HD-Entwicklung verantwortlich zu machen. Die Erfahrung zeigt, dass eine (genetisch) gesunde Hüfte weitaus weniger bei übermäßiger Beanspruchung und falscher Belastung, auf Grund der „Masse“ Schaden nimmt, als z.B. die Wirbelsäule, Ellbogen, Mittelfuss- oder Kniegelenke. Obwohl das „Hochschießen“ einiger Vertreter auf Ernährungsfehler zurückzuführen sein wird, da diese sehr wohl zu Wachstumsstörungen im Bereich des Skelettes führen können (z.B. Rachitis, OCD, etc.), so ist eine genetisch gut angelegte Hüfte weitaus weniger anfällig als vielleicht zu oft befürchtet. Gleiches gilt für die Bewegungsfreude der heranwachsenden Hunde.
Wohl aber muss bedacht werden, dass ein großes sehr schweres Skelett wesentlich „störanfälliger“ sein kann, als das eines kleinen Lebewesen. Das ist leicht verständlich, da besonders starke oder übermäßige, auch einseitige Belastungen, vielleicht noch im Zusammenhang mit falscher Ernährung, hier eher zu degenerativen Prozessen führen.

Ein gesunder Hund möchte spielen und erforschen. Er ist voller Tatendrang, der aber im vernünftigen Rahmen begrenzt werden muss (Treppen, Mauervorsprünge, Springen auf hartem Untergrund, etc.). Ganz sicher ist es die Aufgabe des Besitzers (aber vorab auch des Züchters) den Welpen von „besonderen Aktionen“ abzuhalten, um Schädigungen durch starke und einseitige Belastungen der „unreifen“ Knochen zu unterbinden. Welcher wildlebende Welpe klettert laufend Treppen hinunter?

Ich erlebe immer wieder, dass Besitzer junger Hovawart-Hunde das Leben mit ihrem Hund vor der Röntgenuntersuchung gar nicht richtig genießen können. Das ist sehr schade! Überließe man einem Welpen die Möglichkeit seinen Tagesablauf selbst zu bestimmen, man könnte sehr viel von ihm lernen. Ganz sicher würde er den Anforderungen seines Körpers gerecht, in dem er seiner Bewegungsfreude angepasst nachgibt.

Am Rande bemerkt: Wir wissen dass die Hüftgelenksdysplasie auch beim Menschen weitaus häufiger verbreitet ist, als tatsächlich bekannt. Wer erinnert sich nicht der Babys in den 80er Jahren, die mit Spreizhose in den Arztpraxen anzutreffen waren? (Selbst bei Katzen ist die HD schon lange bekannt.)

Welche Symptome können Anzeichen für eine HD sein?
Nur sehr wenige Hunde mit Erbanlagen zur HD zeigen in der Regel im Welpenalter Störungen, sei denn die Auswirkungen im Zusammenspiel von mehreren “kranken” (nicht passenden) Genen, sowie aller möglichen Umwelteinflüsse stehen in Verantwortung. Hier kann aber darauf hingewiesen werden, dass der HD-Befund schwer nicht gleichbedeutend gravierend ist. Es können immer mehrere Veränderungen, unabhängig voneinander, ein Hüftgelenk beeinflussen, so dass die Auswirkungen auch sehr unterschiedlich ausfallen. Es ist dann schon etwas verwirrend, wenn Hund 1 mit HD-schwer problemlos ergraut, während Hund 2 bereits im 1. Lebensjahr “krank” ist. Klinische Symptome variieren also nicht nur in Abhängigkeit von dem HD-Befund/ Grad, dem Alter des Hundes und vom Stadium der Krankheit, sondern auch von dem Gesamtbild eines Gelenkes.

 

HD-schwer

HD-schwer

 

Junge Hunde mit schwerer HD können in besonderen, aber sehr seltenen Fällen bereits im Alter von 6 Monaten eine starke Schmerzhaftigkeit zeigen, sofern sich z.B. die Hüftpfanne so flach entwickelt, dass der Oberschenkelkopf keinen Halt findet. Die „unkontrollierbare“ Bewegungsfreiheit wirkt sich schädigend auf die gesamte Entwicklung des Gelenkes aus, da der Oberschenkelkopf schon bei geringer Beanspruchung über seine „Pfanne“ hinaus gleiten kann und/ oder so die Nervenfasern der am Pfannenrand befindlichen Knochenhaut reizt. Folge sind Entzündungen, dadurch bedingt Schmerzen, sowie frühzeitige Veränderungen des Knorpelgewebes.

Bei älteren Hunden lassen sich erste Symptome bei entsprechender Haltung und Ernährung weit hinauszögern. Je früher eine HD erkannt und auf sie, durch guten Muskelaufbau (Training) und gute Ernährung, eingelenkt wird, desto besser sind die Voraussetzungen, selbst bei ungünstiger Prognose, für ein angenehmes langes Leben. Es werden so sicher mehr Hunde im hohen Alter auf Grund eines natürlichen Todes oder anderer Erkrankung von ihren Besitzern gehen, als auf Grund der in ihrer Jugend vielleicht diagnostizierten schweren HD.

Die so oft geschilderten Symptome wie

  • Instabiler Gang, schaukelnder Rücken, Knacken und Klicken in der Hinterhand, ausgedrehte Hinterbeine,
  • schnelle Ermüdbarkeit, Hinsetzen beim Spaziergang, etc… ,

sind mehr als irreführend, weil längst nicht immer mit einer unguten Hüftentwicklung verbunden. So haben wir vor etlichen Jahren selbst das „Klicken“ der Hüfte eines unserer Rüden als sehr bedrohlich empfunden. Das HD-Ergebnis A1, bestätigte schließlich, dass alle Sorge umsonst war.

Alle o.g. Symptome treten bei einem ausgewachsenen Hund vornehmlich bei schwachem Bandapparat und schwacher Muskulatur auf. Das wiederum ist nicht zwingend mit einem Hüftschaden verbunden. Hier denken wir wieder an die Polygenie! Es wurde bereits vor Jahren ein Belastungstest zum Ausschluss einer HD ausgearbeitet. Die Theorie: Ein Hund, der 15-20 KM an einem Stück am Rad gelaufen ist, anschließend gleich problemlos eine Hürde nimmt, hat eine gute Hüfte?!? Solche Theorien halte ich für höchst ungeeignet! Schauen wir uns alleine unsere Hovawart-Hunde an. Was für einen ausgewachsenen Rüden mit einem Gewicht von 35 KG möglich ist, muss längst nicht für einen von 55 KG beherrschbar sein. Und welcher Haus-Hof-Familienhund, ohne regelmäßiges Training, legt mal eben locker einen „Spurt“ in der Intensität zurück?

Auffällig bei Hunden mit schwerer HD ist nicht einmal immer die Laufunlust, etc. Sondern es läßt sich, bereits in der Wachstumsphase, bei gut bewegten Hunden eine sehr starke Brust- und Vorhandmuskulatur bei schwach ausgebildeter Hinterhandmuskulatur beobachten. Solche Hunde zeigen ein starkes Bedürfnis der Schonung nach einem längerem Auslauf, sowie ein erschwertes Aufstehen nach der Ruhephase.

Und wenn die Hüfte nicht gesund ist?
Was heißt „gesund“? Man bezeichnet „Gesundheit“ als Zustand des vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht die bloße Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechen! Wie bereits erwähnt, sind Hunde mit einem Befund von HD-leicht oder HD-mittel nicht in ihrer „Lebensqualität“ eingeschränkt. Aber auch ein Hund mit HD-schwer ist nicht krank, sei denn verschiedene ungünstige Faktoren treffen hinzu, die eine gesundheitliche Beeinträchtigung darstellen. Hier soll neben den genannten Anomalien des Hüftgelenks noch einmal speziell auf die Faktoren hingewiesen werden, die von jedem Besitzer beeinflussbar sind: schlaffes Bindegewebe, schlaffe Muskulatur, Übergewicht, einseitige Ernährung, wenig Bewegung, wie starke Belastung der Hinterhand durch „harte“ Sprünge, etc.

Da in den vergangenen Jahren auf dem Markt eine Vielzahl von Futterzusätzen und Präparaten zur Unterstützung des Skelett eines Hundes angeboten werden, die in ihrer Wirkung ähnlich sind, soll nicht weiter darauf eingegangen werden. Ebenso ist die Frage nach einer Operation nicht ohne Kenntnis der jeweiligen Umstände zu beantworten. Oftmals ist eine Operation weder notwendig, noch erfolgreich. Bevor ein solcher Schritt unternommen wird, sind viele Fragen zu klären.

Muss heute noch mit HD gezüchtet werden?
Die HD zählt nicht mehr zu den häufigsten Erkrankung des Bewegungsapparates beim Hovawart. Dennoch, wie weit die Hüftgelenksdysplasie in der Hundepopulation verbreitet war, und immer noch ist, lässt sich auch heute daran messen, dass immer noch Zuchtvereine nicht in der Lage sind den Anteil an Zuchttieren mit HD-leicht ganz aus ihrer Zucht zu streichen. Das vorhandene Zuchtpotential erlaubt ihnen keine solch rigorosen Maßnahmen. Es zeigt sich auf Grund dessen, dass der relativ hohe Anteil an positiven HD-Befunden in fast allen Rassehunde-Zuchtvereinen kaum reduziert werden kann. Ausgenommen ist der Hovawart. Schauen wir uns als Beispiel die Zuchtbemühungen, auch -bestimmungen, des Deutscher Retriever-Club an. Hier sind Verpaarungen von HD-leicht x HD-Verdacht keine Seltenheit. Dies ist nur 1 Zuchtverein von vielen, der seine Zucht nicht unbedingt von einwandfreien Hüften abhängig macht. Dennoch werden die meisten Hunde auch dort, ohne Beeinträchtigung der Lebensqualität, trotz eines positiven HD-Befundes, ein hohes Alter erreichen.

 

HD-Verdacht

HD-Verdacht

 

Erfahrungen und Studien beweisen, dass lange nicht alle Hüften, die vom Ideal stark abweichen, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen zeigen müssen. Auch wenn alle geschilderten Fehlentwicklungen im Verlaufe der Zeit zu degenerativen Veränderungen führen, ist das Ausmaß des tatsächlichen “Schaden”, nämlich der “Behinderung” von Hund zu Hund sehr unterschiedlich. Zum einen auf Grund einer „gesunden“ Haltung, zum anderen empfindet jedes Lebewesen einen Schmerz in unterschiedlicher Intensität. Dies erklärt, dass so mancher HD-schwer-Befund auf Grund einer zufälligen Untersuchung zutage kommt, aber nicht weil Gangwerksprobleme bestehen.

Warum dann röntgen, wenn der Grad einer HD nicht wirklich aussagekräftig ist? Wenn der Hund nie an Lebensqualität auf Grund einer „schlechten“ Hüfte verlieren muss? Warum werden Einstufungen vorgenommen, wenn die tatsächlichen Veränderungen innerhalb des Gelenkes doch sehr unterschiedlich ausfallen? Also ist die Frage nach einem Zuchteinsatz von Hunden mit positivem HD-Befund nicht generell für alle Zuchten gleich zu beantworten. Dennoch sollte die Möglichkeit einer Zuchtauslese hin zu guten Hüften ohne Frage immer im Vordergrund stehen, soweit die Möglichkeit besteht. Es liegt in unserer Verantwortung, auch zukünftig mit guten Hüften züchten zu können!

Nach welchen Kriterien werden die HD-Grade eingeteilt?
Mitte der 60er Jahre erfolgte die Einstufung der Hüftgelenksbefunde nach Gradeinteilung:
Grad 0 = Gesunde Hüfte
Grad I = Der Oberschenkelkopf ist im Verhältnis zur Hüftgelenkspfanne zu klein. Das bedingt einen zu weiten Gelenkspalt.
Grad II = Die Gelenkpfanne ist abgeflacht, der Oberschenkelkopf zeigt sich unrund.
Grad III = Der Oberschenkelkopf hat keinen Halt in der Pfanne und kann bei falscher Einwirkung herausgleiten.
Grad IV = Der Oberschenkelkopf ist ausgerenkt.

Da diese Bewertung jedoch für einige Missverständnisse unter den beteiligten Ärzten, Vereinen und Züchtern in In- und Ausland führte, wurde in den 80er Jahren von einer FCI-Kommission eine genauere Definition der Gradeinteilungen festgelegt:
Grad 0 = A = frei – Beckenpfanne tief, Pfannenrand rund auslaufend, Oberschenkelkopf kugelförmig, Sitz des Kopfes in der Pfanne tief, Oberschenkelhals schlank vom Kopf abgesetzt, Gelenkspalt gleichmäßig eng, Norbergwinkel größer als 105°
Grad I = B = Verdacht – leichte Abweichung vom normalen Gelenk, unter Berücksichtigung eines korrekten Norberg-Winkel
Grad II = C = leicht – Beckenpfanne nach vorne abgeflacht, Passgenauigkeit von Gelenkkopf und -pfanne weicht von der Norm ab, erste Anzeichen von Auflagerungen möglich, Norberg-Winkel kleiner als 105° aber größer als 100°
Grad III = D = mittel – Gelenkkopf und -pfanne stimmen in Größe und Form nicht überein, abgeflachte Beckenpfanne, Herausgleiten des Kopfes möglich, Arthrose/ Auflagerungen, Norberg-Winkel kleiner als 100° aber größer als 90°
Grad IV = E = schwer – auffällige Veränderungen an Gelenkkopf- und Pfanne, Herausgleiten des Kopfes, schwere arthrothische Veränderungen in gesamten Gelenkanteilen, Norberg-Winkel kleiner als 90°

Die Unterteilungen der einzelnen Grade in A1 – A2 – B1 – B2 – etc. wird nicht von allen Zuchtvereinen verlangt.
HD-Befunde sind leider auch von der „Fähigkeit“ des Röntgenarztes abhängig. Die Aufnahme eines schlecht gelagerten und/ oder falsch gestreckten Hundes wird nur ganz selten eine korrekte Bewertung liefern. Leider kommen diese falschen positiven Ergebnisse immer wieder vor!

Ich erinnere mich, dass die erste HD-Untersuchung meines Rüden Astor uns das unerfreuliche Ergebnis „HD-leicht“ brachte. Nur auf Grund der Anmerkung des Auswerters (auf Grund falscher Lagerung), wurde ein weiterer Tierarzt aufgesucht. Mit dem Ergebnis, HD-frei, konnten wir zufrieden sein. Unsere 1. Hündin wurde 3 x geröntgt……. . Danach waren wir klüger.

Hierzu noch ein „frisches“, gravierendes Beispiel, das der Hovawart-Hündin Indra. Ihre Hüfte wurde im Alter von 1 Jahr, 2 Jahren und 6 Jahren geröntgt. Die 1. wie 2. Untersuchung wurde vom Haustierarzt durchgeführt, wobei die 2. Untersuchung mit nicht weniger als 6 Aufnahmen(!!!) den gleichen Befund wie die 1. erbrachte – HD-Verdacht. Die 3. Untersuchung, durchgeführt von einem „fähigen“ Tierarzt, wurde auf Grund einer erforderlichen Narkose nach einem Unfall, mit einbezogen. Hätte es diesen Arztbesuch nicht gegeben, so wäre der korrekte Befund, HD-frei A1, lediglich eine Vermutung geblieben.

Hier beide Beispiele:

Aber auch der „Blickwinkel“ eines Auswerters kann für Verwirrung sorgen. Es hat schon immer Meinungsverschiedenheiten über die Ansicht der verschiedenen Auswertungsstellen gegeben. Auch hier brachten nicht nur die Erfahrungen der ersten Hovawart-Jahre Überraschungen. Es ist noch gar nicht lange her, dass der zuständige Auswerter des VHH sich 2005 in den Ruhestand begab. Der erste „Einsatz“ eines Nachfolgers schockierte uns. Sein erster „Einsatz“: von 21 HD-Aufnahmen wurden lediglich 10 Hüften mit HD-frei bewertet. Wie vermutet, entpuppten sich später alle HD-Verdacht-Fälle, nun Herrn Prof. Saar zum Auswerten vorgelegt, als HD-freie A1-Hüften.

Die Einsicht:
Es ist immer wieder der Satz zu hören/ lesen: „Besteht der Hovawart denn nur aus der Hüfte?“ Nein!!!!!!! Natürlich nicht! Dennoch, eine gesunde Hüfte ist Voraussetzung für einen gesunden Bewegungsablauf, für Freude am Spiel also am Laufen, Springen, Herumtollen, ausgedehnte Spaziergänge, sportliche Betätigung. Ein bewegungsfreudiger Hund leidet, wenn sein Kopf „ja“ sagt und sein Skelett „geht nicht“ signalisiert. Unsere Hovis zeigen bis an ihr Lebensende eine besondere Lebensfreude; so sie körperlich dazu in der Lage sind.

Es muss nicht die „vollkommene“ Hüfte, nämlich HD-frei A1, eines Hundes so sehr in den Vordergrund gestellt werden, da nur sehr wenige Hunde mit einem positiven HD-Befund (HD-mittel oder -schwer) tatsächlich auffällig (krank) sind und einer Behandlung oder Schonung bedürfen.

Schlussfolgerung:
HD ist eine an genetisch bedingte Veränderung/ Fehlentwicklung des Hüftgelenkes. Somit müssen Hunde mit HD-Anlagen in einer Zucht erkannt werden, um mögliche Vererber ausmachen zu können. Wir alle sollten uns hierfür verantwortlich sehen; insbesondere der Verein, der Züchter und nicht zuletzt jeder Welpenkäufer.