Wieviel Stress verträgt ein Hund?

Jeder von uns kennt es: Die Zeit drängt! Viele Termine schwirren im Kopf herum! Gerade ist die Milch übergekocht, der Braten angebrannt, die Sprudelflasche heruntergefallen und explodiert, o.ä. Und dann klingelt das Telefon. Die Zeit ist knapp, aber… und nun noch schnell mit den Hunden vor die Türe, denn gleich kommt der Besuch…

Wieviel Freude haben meine Hunde nun während des Spazierganges? Na? Natürlich keine! Man hat kapiert „die lassen wir besser ganz in Ruhe“ (Explosionsgefahr!). Die Aufforderung zum Ballspielen, vorne Tiefgang – Popo gegen Himmel gestreckt? Lassen wir besser! Der Kumpel hat auch keine Lust. Schließlich wollte er eben noch Frauchen bei der Reinigung des Küchenbodens helfen….?! Das hat sie ganz missverstanden! Und so rasen Mensch und Hund durch die Gegend. Mit irgendetwas muss Hund sich beschäftigen… Kuhfladen? Die sind gerade neu im Programm! Schön frisch………! Nein, war nicht gut! Vielleicht verschwindet Hund lieber im Gebüsch (da sieht sie mich wenigstens nicht)…  Ohhhhhhhh! Oder er trottelt demütig neben mir her (was habe ich denn nur ausgefressen?). Wie wirkt unser eigener Stress auf unsere Hunde? Wie besonders auf einen Welpen? Jeder Hund/ Hovawart geht auf seine eigene Weise mit Stress um. Er zieht sich unsicher zurück? Zeigt ein unterwürfiges Verhalten? Bleibt er wirklich unbeeindruckt? Oder wird er hektisch? Zeigt sein Verhalten aggressive Züge (angstsuggestives Verhalten)?

Stress ist für jedes Lebewesen überlebenswichtig! Er beginnt schon vor der Geburt, die durch Stress eigentlich in Gange kommt. Sprechen wir wieder über den Hund und seinen „Schritt“ ins Leben. Die geburtsauslösenden Wehen werden, will man es simpel beschreiben, durch den 1. geburtsreifen Welpen ausgelöst. Ihm wird die „Luft zu dick“. Stress ist die Folge. Dieser Stress fordert die Hormone auf, die schließlich die Geburt in Gange bringen. Vergleicht man den Welpen mit einem Menschenkind, das Leben stellt an ihn weitaus höhere Anforderungen. In nur wenigen Wochen muss er „auf eigenen Beinen“ stehen können. Er lernt und lernt und lernt… , von seiner Mama, seinen Geschwistern, seinem Züchter. Wird im jedoch zuviel abverlangt, z.B. von seiner Mama, die kein gutes Aufzuchtverhalten (sprich Wesen) zeigt, von seinen Geschwistern (am Futternapf, im Spiel) oder auch von seinem Züchter, dessen Welpen durch falsche Prägung (auch Überforderung) mehr in ihrer Wesensentwicklung gestört werden können, als Welpen an die keinerlei Anforderungen gestellt werden.

Besonders die Lebensgeschichte eines einstigen Sorgenkindes zeigte einmal mehr, was es für einen Welpen bedeutet, falsch verstanden zu werden. Seine ganzen, vom Besitzer geschilderten, auffälligen Verhaltensweisen basierten einzig und alleine auf, durch diese Missverständnisse zwischen Mensch und Hund, hervorgerufenen Stress.

Nicht nur Welpen und Junghunde leiden unter derartigen „Missverständnissen“, sondern auch der bereits erwachsene Hund. Jedoch kommt der Prägung in den ersten Lebensmonaten eines Hundes ganz sicher die wichtigste Bedeutung zu.

Nehmen wir unser anfangs genanntes Beispiel: Ich (sie, er, es) stehe unter Zeitdruck, bin nervlich/ körperlich/ gesundheitlich/ ect… überfordert. Wie gehen meine (Ihr/e) Hund/e damit um?

  • Hundi zieht sich zurück und wartet bis der „Sturm“ vorüber ist.
  • Schlappi weicht nicht von meiner Seite, versucht mir zu gefallen, ist verunsichert (erscheint schuldbewusst).
  • Bübi reagiert mit Auffälligkeiten, indem er im gesamten Garten von vorne bis hinten markiert.
  • Doggi verfällt in eine Zerstörungswelle und
  • die zarte Mausi droht knurrend (wem auch immer).

Das heißt, jeder dieser Hunde (egal welcher Rasse) reagiert anders und verarbeitet die für ihn nicht verständliche Situation auf seine Art. Jedoch sind alle Reaktionen stressbedingt. Häufen sich solche Situationen, können sie der Hund-Mensch-Beziehung sehr schaden.

Je höher die Reizschwelle eines Hundes ist (gemeint ist nicht das Temperament!), desto weniger wird er auf meine „Patzer“, denn ich „Mensch“ verhalte mich in den Augen meines Hundes falsch, reagieren. Besitzt er nur wenig Selbstvertrauen, bemüht er sich meine (für ihn vermeintlich ihn betreffende) Reaktion (schimpfen, scheppern, ablehnend sein) zu „beeinflussen“, was ihm natürlich nicht gelingt. Somit reagiert er nicht, wie von ihm erwartet (gibt Ruhe), sondern er wird „kopflos“ (s.o.).

Während unserer Wanderungen, Treffen, Körungen, etc. zeigen sich sehr deutlich viele Situationen, in denen eine Mensch-Hund-Beziehung „knistert“. Wie: Ein Hund-Mensch-Team stellt sich zur Körung vor. Die Menschenstirn zeigt Zornfalten. Die Körperhaltung des Hundes teilt mit, „Ich habe Mist gebaut“ (heute morgen beim ersten Spaziergang) „und ich fühle mich nicht wohl“. Während des ganzen Körablaufes läuft Hund wie ein geprügelter Knabe, weil Mensch „sauer“ ist. Was auch immer Hund ausgefressen haben mag, vielleicht ist der Ärger des Menschen berechtigt?! Aber hier, während einer Prüfung war dessen Verhalten falsch! Wie kann ich in diesem Moment meinem Hund vermitteln, dass er seine Sache (hier und jetzt) richtig macht? Wäre es nicht besser mehrere Hund-Mensch-Teams treffen sich zum Hundespaziergang. Die jungen Hunde sind, wie immer, für die ersten Minuten außer Rand und Band. Der eine (je nach Tageslaune) mehr, der andere weniger. Die „Tageslaune“ ist bereits bei der Ankunft am Treffpunkt ersichtlich und verspricht „Spannung“. Je nach Zusammensetzung der Teilnehmer (Mensch wie Hund) sind solche Treffen „anstrengend“, weil diese Spannung, die alleine von einem Team mitgebracht und nicht abgebaut werden kann, sich auf die übrigen Hunde, mitunter auch auf die Menschen, überträgt. Dies führt zu „Übersprungshandlungen“ der Hunde, die sich in allen möglichen Verhaltensweisen, bis hin zum Aggressionsverhalten, widerspiegeln.

Nun fragen wir doch einmal unseren Welpen, der sich in sein neues Zuhause einleben muss. Die ersten Erlebnisse in seinem neuen Zuhause bestimmen das zukünftige Miteinander. Der Welpe (es ist ein Baby!!!) muss sich in seiner neuen Familie, mit der „Haus- und seiner Rangordnung“ zurechtfinden.

  • Das Futter mag ich nicht mehr teilen. Das Leckerli (Hundekuchen, Knochen, Trockenpansen, etc.) erst recht nicht. Das Kotelett auf der Küchenablage kann „ich“ springend erwischen. Die Schuhe in der Diele? Warum liegen sie so herum?
  • Pippi mache ich da, wo ich gerade nicht liege. Und warum regen sich alle auf, wenn ich ihnen verständlich machen möchte, dass ich nicht teilen, nicht auf meinen Liegeplatz Pippi machen aber viel spielen will???
  • Vielleicht hat der eine oder andere Mensch in der Familie auf einmal Angst vor mir? Vor meinen winzig kleinen Zähnen? Ja bitte, womit soll, ich mich denn verständigen, wenn niemand meine Körperhaltung (angelegte Ohren, zur Seite geduckt, eingezogene Rute, Schnauzelecken) versteht? Es versteht mich niemand!? Ich kann nicht sprechen!

Jeder Welpe bringt eine „Grundausbildung“ mit. Diese ist im Wesentlichen abhängig von der Erziehung, die er in der Welpenkiste durch seine Mama, Geschwister und durch die Züchterfamilie genossen hat, aber auch von den genetischen Voraussetzungen. D.h. auch in einem Wurf gibt es grundverschiedene Charaktere (es sei denn intensive Inzucht schließt dies aus).

Unter guter Beobachtung, wie sie in unserer Familienaufzucht eigentlich selbstverständlich sein sollte, finden sich bereits in den ersten Lebenswochen einige Anhaltspunkte dafür, wie belastbar ein Hundekind sein wird. Dies bestätigt sich nicht nur an der „Milchbar“, sondern auch am Futterring, im Spiel, in ungewohnten, also neuen, Situationen. Es finden sich immer „forsche“ Entdecker, die allen voran alles Neue erkunden und jede Situation meistern. Schon mit 2 Wochen wird geknurrt, die „Beute“ (u.a. die Geschwister) geschüttelt. Es ist bekannt, dass längst nicht alle (vermeintlichen) Drohgebärden eines Hundes tatsächlich eine Aggressionsbereitschaft darstellen. Aber sie finden immer häufiger als Überreaktion bei wenig belastbaren Hunden ihre Bedeutung. Es ist der Züchter, der bereits bei seinen Welpen solches Verhalten für die Zukunft in die gewünschte Richtung lenkt, es bestätigt oder unterbindet. Ebenso wie er, mit der Auswahl des für jedem einzelnen Welpen richtigen neuen Zuhause, mit verantwortlich ist für seine Zukunft.

Ob anlässlich von Wurfkontrollen, später folgenden Körungen, Wanderungen, oder den Beobachtungen im eigenen Rudel, es zeigt sich, dass die meisten körperlich und geistig „schwerfälligeren“ Hovawart-Hunde weitaus weniger stressanfällig sind, als gleichaltrige feingliedrige und/ oder mit einem „weiteren Horizont“ ausgestattete Artgenossen. Je sensibler ein Hund ist, desto aufnahmefähiger ist er für alle „Reize“, die er unter falschen Voraussetzungen nicht alle wird verarbeiten können. Er wird „überreizt“! Auch hier ist wieder „sein Mensch“ prägend, da ja dieser die entsprechenden Voraussetzungen, bewusst oder unbewusst, schafft.

Wie definiere ich Stress?

Was bedeutet es, Stress zu haben? Nicht nur für den Hund, sondern auch für uns Menschen ist die Bedeutung von Stress ganz in den alltäglichen Vordergrund gerückt. Wobei der Begriff selbst weit gefasst ist. Stress „treibt“ ein Lebewesen zu einer Handlung, bevor sein Großhirn eine Situation (z.B. akute Gefahr) registrieren kann und „zum Umsetzen“ anregt. Dies gilt im positiven wie im negativen Sinne. Er stellt nichts anderes dar, als die Reaktion eines Körpers in einer jeden Situation, die vorrangig zur Erhaltung eines Lebewesen erforderlich ist.

Es soll hier nicht erklärend auf die Rolle der zuständigen Hormone (Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol) eingegangen werden. Diese „Stresshormone“ haben die Funktion in Sekundenschnelle alle Energiereserven des Körpers freizusetzen. Jeder kennt die witzigen Adrenalinsprüche und weiß, dass tatsächlich allem voran Adrenalin blitzschnell Reaktionen auslöst: Stress im positiven und negativen Sinne! Vergleichen wir die Reaktion unseres Körpers auf eine urplötzlich auftretende Schrecksituation, mit der auf eine besonders erfreuliche Überraschung.
Denken wir

  • an eine bevorstehende Prüfung, auch wenn sie nicht unbedingt lebenserhaltend ist.
  • an die Schrecksekunde, durch eine urplötzlich auftretende bedrohliche Situation, z.B. im Straßenverkehr.
  • an das ungebändigte Glücksgefühl nach einem besonders schönen Moment, z.B. nach einer erfolgreich abgelegten Prüfung.

Sämtliche ähnliche Befindlichkeiten werden durch (Stress)hormone angetrieben. So kann Stress zu positiven und lebenswichtigen Leistungen „beflügeln“, aber auch ebenso zu übereilten Reaktionen (psychische und physische Leistung), sowie zum völligen Versagen führen.

Welche Bedeutung hat Stress für einen Hund?

Erinnern wir uns: Stress ist bereits für jede Geburt erforderlich. Jedoch spricht man heute von „Stress“, ist kaum die „gesunde“ sondern die bedrückende, auffällige Form gemeint. Gerade in der heutigen Zeit, in der zum Einen wir als Hundeführer vom Gesetzgeber zur Verantwortung herangezogen werden (große Rasse), und zum Anderen die täglichen (Reiz)-Angebote an unsere Hunde überhand genommen haben, ist es nicht so einfach, einen Hund einfach nur „sein Leben leben“ zu lassen.

Ich erinnere mich meiner Jugendzeit, in der die verschiedensten Hunde in unserem kleinen Ort, soweit es ihnen möglich war, jede Gelegenheit nutzten, ihrem langweiligen Dasein (Hof- und/ oder Kettenhund) zu entkommen. Fand sich ein solcher Ausreißer schließlich wieder auf seinem Hof ein, so wurde er mit wenigen Worten (da bist du ja wieder) bedacht. Vielleicht gab es aber auch einen Tritt, zur Ermahnung. Aber, ein solcher Hund hatte nur dann „Stress“ wenn sich, in seinem Sinne, jemand auffällig auf seinem Hof (Hova) verhielt und er nicht seinem „Instinkt“ nachgehen konnte (z.B. angekettet). Er konnte ohne große Aufregung den lieben langen Tag vor sich hindösen. Es kamen Menschen auf seinen Hof (fast immer die gleichen). Sie schenkten ihm meistens keine Beachtung. Er erfüllte seine Dienste indem er Besuche bellend anmeldete, und lebte zufrieden, so gut es ihm möglich war. Er kannte keinen anhaltenden Straßenlärm, keine Fußgängerzone, keinen Urlaub, keine Geschäfte. Er kannte keinen „wirklichen“ Zwang. Für ihn war die Kette/ der Zwinger/ der Stall normal! Er entschied selbst, wann er sich in seine Hütte zurückzog, oder wann ihn die unbekannte „weite Welt“ seines eigenen Dorfes lockte. Glücklich? Nach unserem heutigen Ermessen kaum! Nach seinem (da er es nicht anders kannte) – sicher! Stressfrei? Ganz sicher!

Denken wir an die vielen Hunde, die von sich Reden machen, indem sie mit unermüdlichem Gebell auf jede sich bietende Gelegenheit (oder einfach aus Langeweile) reagieren. Sie bellen nicht, um einen Fremdling anzumelden, oder weil sie Hunger und Durst plagt. Sie bellen aus den verschiedensten Gründen. Oftmals aber nur, weil sie gelernt haben, dass sie so Beachtung finden.

Wann bellte einer dieser Hofhunde? Es fragte niemand danach, warum die Hundehütte leer, ob der Hund entlaufen war. Oder ob wir Kinder aus dem Dorf ihn gerade zu einem Waldmarsch entführt hatten. Niemand verlangte von ihm, dass er sich mit den verschiedensten Artgenossen vertragen, sie akzeptieren musste. Hätte man einen solchen erwachsenen Hund mit in eine Fußgängerzone, einen Bahnhof, eine Gaststätte genommen, er wäre wahrscheinlich einer solchen völlig neuen Situation mit großer Vorsicht, aber kaum ängstlich begegnet, da er gewohnt war, ohne die „Gehhilfe“ seines Menschen zurecht zu kommen.

Anders heute! Unser Einfluss auf unsere Hunde ist von Geburt an maßgeblich für ihre weiter Entwicklung. Nehmen wir hier zur Erklärung, wieder unsere damaligen Stall- bzw. Hofhunde als „Hilfsmittel“. Die Geburt eines Wurfes erfolgte unter „Ausschluss der Öffentlichkeit“, sprich in irgendeinem entlegenen Winkel des Hofes, der bereits Tage zuvor von der Hündin „hergerichtet“ wurde. Und wir denken an die riesigen Krater, die auch viele unserer heutigen Hündinnen zum Ende einer Trächtigkeit im Garten buddeln. Dieser Instinkt ist, ebenso wie viele, viele andere, wenn auch untergeordnet, immer noch bei unseren wohl behüteten Hunden vorhanden.

Am folgenden Beispiel lässt sich sehr schön erklären, wie weit der Instinkt, sowie „positiver“ und „negativer Stress ganz dicht beieinander liegen: So hatte ich vor etlichen Jahren von einer Hovawart-Hündin aus einer schlimmen Massenzuchten erfahren, die bei jedem Wurf ihre kaum geborenen Welpen, bis auf 2, tötete indem sie die „überzähligen“ gleich nach der Geburt fraß. Negativ: die Hündin weiß instinktiv in ihrem beengten und dunklen „Käfig“, bei karger Ernährung für ihre Welpen keine Zukunft. Positiv: Sie regelt dieses Problem ganz sicher, in dem sie den überzähligen Welpen nicht einen Atemzug gibt. Wie grausam war diese Hündin, würden wir sagen. Jedoch bewies diese Hündin einen ganz sicheren Instinkt. Ein solches Verhalten findet man überall in der freien Natur!

Ich riet dem Züchter, die Hündin im Haus werfen zu lassen. 9 Welpen wurden aufgezogen, obwohl die Hündin nach Abschluss der Geburt, mit ihren Welpen wieder in ihren Zwinger gebracht wurde. So zeigt sich, wie weit der Mensch einem instinktsicheren Hund den für ihn doch so lebenswichtigen, lebenserhaltenden und gesunden Stress nimmt, was in dem hier geschilderten Fall sicher weder für die Hündin, noch für die Welpen, die schließlich in unangepassten Verhältnissen heranwachsen mussten richtig war.

Erledigt eine Mutterhündin ihre „Pflichten“ nicht so, wie es die Natur von ihr fordert, so spricht man von „Instinktverlust“! Sicher ist die Bezeichnung bei unseren Hunden nicht wirklich berechtigt. Viel mehr werden ihre natürlichen Instinkte unterdrückt, indem wir ihnen bei der „Arbeit“ helfen wollen.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass so manche Mutterhündin ihrer Aufgabe weitaus besser gerecht wird, wenn ihre Menschen ihr nicht ins Handwerk pfuschen. So manche gut gemeinte „Hilfeleistung“ ist eher belastend. Wird sie gehindert, ihren normalen Instinkten zu folgen, „überschlagen“ sich ihre Nerven. „Ungesunder“ Stress wird ausgelöst! Besonders „weiche“, zu Überreaktionen neigende Hündinnen, sind einfach überfordert. Schon so manche frisch gebackene Hundemama ist dann bereit, ihre Welpen gegen unvernünftige Familienmitglieder zu verteidigen.

So werden unsere Welpen, um später den an sie gestellten Ansprüchen gerecht zu werden, bereits sehr früh hin zum familientauglichen Hund „gefördert“. Aber auch hier können, eher durch übermäßige Fürsorge und ein Überangebot an Reizen als durch zu wenig Beachtung, Welpen überfordert sprich überreizt werden (völlig identisch finden sich Beispiele beim Menschenkind). Es gilt ein vernünftiges Maß einzuhalten, um einen heranwachsenden Hund auf ein Leben in dem Rahmen vorzubereiten, der ihn also „umwelttauglich“ macht.

Als bester „Lehrmeister“ erweist sich hier immer noch die Natur, in der Tierkinder entsprechend ihrer Entwicklungsstufe von der Mutter (den Eltern) ganz allmählich an jede neue Situation herangeführt werden. Ein erster Blick aus der Erdhöhle (dem Nest)… Der zweite… Bis unter „Anleitung“ der erste Schritt aus dem sicheren Nest erlaubt wird.

Gleiches gilt für unsere Hundekinder. Ihre ersten Bedürfnisse (Nahrung, Verdauung, Schlaf, etc.) werden in der Wurfkiste befriedigt. Bereits mit der 3. Woche werden sie sehr aktiv, zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen und „beschäftigen“ sich mit dem, was ihnen geboten wird (Mama, Geschwister, Welpenkiste). Ein aufmerksamer Züchter wird nun, dieser Entwicklung gerecht, neue Reize (z.B. Kissen, Decke, Ball, Rolle, etc.) bieten. Ganz behutsam werden in Abständen diverse Gegenstände mit deren Geruch, Beschaffenheit, Form, Ton, etc. eingesetzt, um die Welpen nicht zu überfordern (stressen).

Gleiche Voraussetzungen sollte dann der Welpe in seiner neuen Familie/ Umgebung vorfinden. Kein Welpe verkraftet innerhalb weniger Tage eine rapide Umstellung auf allen Ebenen. Der Abschied aus dem Nest, vielleicht das andere Futter, die vielen unheimlichen Geräusche, Gerüche, Gegenstände im neuen Zuhause. Bedrohlich erscheinende dunkle Ecken in Haus und Garten, fremde Gesichter und viele Verbote. Oder aber gar keine Tabus, die ihm aus Unwissenheit (vielleicht Bequemlichkeit?) nicht gesetzt werden? Schließlich werden der lädierte Sessel, der angenagte Teppich, die abgezogene Tapete, die zerkratzten Arme und Beine, die unbrauchbare Fernbedienung, das Pippi auf dem Marmorboden, etc… , als unartig der unzureichenden Erziehung zugesprochen. „???“

Mancher Welpe, so wird oft berichtet, findet „keine Ruhe“, ist ständig in Aktion. „Welpi ist nicht platt zu kriegen“, heißt es dann resignierend. Und so wird sein Tagesprogramm erweitert, ohne Erfolg. „???“

Sehr früh (oft viel zu früh) wird eine Hundeschule besucht. Welpi hat den Umzug in seine neue Familie noch nicht verarbeitet und schon erwarten ihn neue Reize. Wie geht er damit um? Wird er (seine Entwicklung) wirklich gefördert oder ist er überfordert? Ein guter Trainer wird die Frage: Wieviel Stress verträgt DIESER Hund(?), beantworten können! Denn jeder Welpe reagiert anders auf Umwelteindrücke! So zeigt ein jeder Welpe unter Stress ganz unterschiedliche Reaktionen, wie z.B. Aggression.

Die wenigsten Formen von Aggressionsverhalten sind genetisch bedingt. Es ist nicht immer die niedrige Reizschwelle, die einen Hund auffällig werden lässt! Sie steht eng in Zusammenhang mit den schon erwähnten Trieben: Flucht- (hier auch Verteidigung und Angriff) und Beutetrieb. Die wenigsten Haushunde haben einen genetischen Hintergrund, der für eine Aggressionsbereitschaft verantwortlich ist. Vielmehr sind es die Lebensumstände bzw. -begebenheiten, die als Reizauslöser verantwortlich sind.

  • Unruhe wird besonders oft bei jungen Hunden beobachtet, denen man ein besonders „tolles“ abwechslungsreiches Leben bieten möchte. Ebenso bei Welpen deren „Tagesprogramm“ reich gefüllt ist. Sie finden einfach keine Ruhe, weil ihre Sinne überreizt sind. Fatal wenn das „Angebot“ gesteigert wird, um den Welpen auszupowern.
  • Übermäßiges Bellen ist kein Zeichen für einen besonders guten Wachtrieb. Es zeigt sich besonders im Angstbellen (in Annäherung einer drohenden Gefahr, oder aber auch psychischer Überforderung). Aufgeregtes Bellen (auf Grund von Vor/-Freude, positiver Anspannung, aber auch auf Grund von übermäßigem negativen Stress). Aufmerksamkeitsbellen (unter Mitwirkung verschiedener ganz alltäglicher Umwelteinflüsse. Z.B.: In der Familie suche ich Beachtung!) Frustbellen (meist ohne erkennbaren Grund ein Zeichen von psychischem Stress). Verbellen (z.B.: Menschen/ Tiere in Hausnähe: wenn ich belle, entfernen sie sich! Der Postbote…!) Verteidigungsbellen (vor allem im Schutzdienst, selten finden wir es bei unseren Hovawart-Hunden als Zeichen der Verteidigungsbereitschaft).
  • Zerstörungswut (ist kein Zeichen für Ungehorsam oder Protest, sondern als Form der Stressbewältigung zu sehen).
    Aber nicht nur Verhaltensauffälligkeiten, sondern auch organische Problemen wie z.B. Durchfall, Erbrechen, Fresssucht, Appetitlosigkeit, Nierenversagen, Hauterkrankungen sind sehr viel häufig auf fortwährenden Stress zurückführen, als beachtet wird.

Bei der Ursachenforschung mancher Probleme kommt man nur sehr langsam voran, weil manchem Besitzer, aber auch manchem Tierarzt oder Hundetrainer der Auslöser gar nicht bewusst ist, und somit die Ursache für, in unserem Sinne falsches, also Fehlverhalten und Überreaktionen ganz wo anders gesucht wird.

Ein paar sehr einfache Beispiele
Ein besonders deutliches Zeichen von übermäßigem Stress in „verschiedensten Situationen“ (Besuch von Geschäft, Gaststätte, Hundeschule, Tierarzt, aber auch während der von uns als wichtig und gut gemeinten Hundekontakte, etc.), ist das häufige Kotabsetzen. So mancher Besitzer ist entsetzt, über das Verhalten seines Vierbeiners. Nicht wissend, dass das „Geschäftchen“ am unpassenden Ort auch seinem Hund nicht behagt.

„Eine Hundebegegnung“

Hundi geht brav neben mir, an der Leine. In einiger Entfernung sehe ich ein fremdes „Hund-Mensch-Pärchen“ auf uns zukommen. Hat Hundi gelernt, dass „man“ sich setzt oder legt, um dem Gegenüber zu signalisieren „alles ok“, wird das herannahende Paar (hoffentlich) unvoreingenommen auf uns zukommen. Jedoch hat Hundi gelernt(er hat es ganz schnell begriffen!), dass man sich tierisch aufregen muss, damit nun endlich der „andere“ herankommt und man ihn „kennen lernen kann“, er wird sich mächtig anstrengen. In der Regel auch der Herannahende… Die Folge? Nun vertiefen wir diese Begegnung: Der Bürgersteig/ Weg ist schmal. Hundi regt sich sehr auf. Ich fasse ihn, sobald das Paar uns erreicht, am Halsband, um ihn besser kontrollieren zu können. Mit diesem „Griff in den Nacken“ erreiche ich bei einem erregten (also unter Stress stehenden Hund) leider nur, dass er sich noch mehr erregt (er verknüpft kaum, dass sein „Chef“ ihn ausbremst, sondern fühlt sich angegriffen).

Von solchen Begegnungen wird zur Genüge berichtet. Und dabei wäre es so einfach…

Erweitern wir das Thema Hundebegegnung auf diverse Treffen oder Wanderungen mit vielen Gleichgesinnten. Die meisten Hunde stehen unter „Spannung“, wenn sie nach einer Autofahrt gleich in eine fremde Hundemeute hineinpurzeln.

„Am Futternapf“

Der kleine Welpi steht an seinem Futternapf. Ein Familienmitglied nähert sich. Er sieht „seine Beute“ in Gefahr (es könnte ihm ja jemand etwas wegnehmen) und knurrt verteidigungsbereit. Er hat „Stress!“ Was nun?

  • Man nimmt ihm das Futter weg, weil er lernen muss, dass er niemanden anknurren darf. (Die schlechteste Entscheidung, weil er nun weiß, dass er zukünftig tatsächlich sein Futter verteidigen muss! Er reagiert bei jedem Mal immer heftiger! – Die Überreaktion!)
  • Man ignoriert sein Knurren, nimmt aber auch von seinem Futternapf keine Notiz und geht weiter. (Eine Möglichkeit, die zu einem anderen Zeitpunkt vermutlich wieder zu überdenken ist.)
  • Man ignoriert sein Knurren, nimmt seinen Futternapf weg, kontrolliert sehr auffällig den Inhalt, legt ganz in Ruhe einen besonderen Leckerbissen hinein und stellt den Napf, nach einer kurzen Weile (wenn der Welpe sein Knurren, Anspringen, Jaulen, etc. eingestellt hat), mit beruhigenden Worten vor ihn hin. (Die beste Möglichkeit, weil so jedes Familienmitglied jederzeit die Möglichkeit hat, sich seinem Napf zu nähern. Es könnte ja noch etwas ganz Leckeres in den Napf hineinkommen… . Auf jeden Fall weiß der Welpe, dass er sein Futter nicht verteidigen muss. Er wird nicht gereizt!)

„Mein – Dein“

Oft handelt es sich um ganz banale Dinge, wie z.B. um ein Stückchen Papier, ein Schnuffeltier, einen alten Socken, einen Knochen. Wurde die Frage nach den „Eigentumsverhältnissen“ nie wirklich geklärt, ist auch hier die Höhe der Reizschwelle (psychische Belastbarkeit) in Zusammenhang mit der Verteidigungsbereitschaft zu bringen.

Wir kennen es alle! Der Welpe (Hund) marschiert mit „seiner Eroberung“, und sei es ein alter schmutziger Lappen, demonstrativ an mir vorbei. Will ich ihm diesen Gegenstand nicht belassen, muss ich natürlich reagieren. Es entwickelt sich in der Regel ein schönes Spiel, – in seinen Ansätzen. Es kann ein Spiel bleiben, in dem ich recht bald entscheide, wer wann gewinnt. Es kann aber auch, sofern ich es zulasse, dass ein solches „Spiel“ zu weit ausgedehnt wird, „umschlagen“. Der Hund wird fordernder, hektischer, seine Körperhaltung, seine Augen zeigen, er steht unter Spannung. – Er hat Stress, ist bereits überreizt! – Seine Beute!
Ein Spiel muss ein Spiel bleiben. So weit sollte es also nicht führen, besonders wenn kleinere Kinder im Haus sind, oder man selbst unerfahren ist.

  • Man lässt sich auf kein Spiel ein! Es gibt keine Ausnahme, DAS bekomme ich!
  • entscheidet selbst, wie weit sich ein Spiel entwickeln darf, führt dies solange möglich mit besonders lobenden Worten zu Ende, jedoch besser mit einem Tauschangebot (schau was ich hier habe) aber
  • lässt niemals den Welpen völlig ohne eine „Trophäe“ zurück!!!

Das „übermütige“ Anspringen

Aus welchen Situationen heraus auch immer, es ist unangenehm. Jedoch, bei genauer Beobachtung, handelt es sich hier um ein Abreagieren, eine Überreaktion z.B. aus Freude, aber auch als Zeichen von Un- oder Übermut.

Wir kennen es alle zur Genüge:

  • Die überschwängliche Begrüßung bei unserer Heimkehr oder eines beliebten Besuchers.
  • Der „Angriff“ während eines Spaziergangs.
  • Die Reaktion auf eine (unerwünschte) erzieherische Maßnahme oder
  • einfach nur als Ausdruck einer verständlichen Lebensfreude.

Würde man einen Hund fragen, er würde es als positiven Stress bezeichnen. In der Regel wird er (unbedacht) in seinem Handeln bestätigt, weil der Mensch reagiert für ihn positiv, indem er auf sein Handeln eingeht. Er spricht erregt, mit hoher, spitzer, lauter Stimme, zeigt die ansprechendsten Bewegungen (weil es ist nun einmal unangenehm, in den Arm/ das Bein gezwickt zu werden), so freut sich sein Vierbeiner, weil die „ fröhliche Erregung“ ihn reizt und eine Herausforderung darstellt.

„Welpenschule“

Eigentlich ist die Bezeichnung falsch. Es müsste heißen „Sprachenschule für Mensch und Hund“, weil der Welpe wie sein Mensch lernen muss, die Sprache (Körpersprache) seines Partners zu verstehen. Der Mensch geht also mit seinem Welpen in die „Schule“. Das erste Mal wird (hoffentlich) nur gespielt, beschnuppert und geschaut, ob sich …, und wer mit wem…, und wer überhaupt nicht mit wem, nett umgeht. Wie stellt sich der/ die Trainer/in dar? Ist er in der Lage, auf jeden einzelnen Hund und seine Charaktereigenschaften einzugehen? Versteht ER wirklich die Sprache eines jeden Welpen? Aber die wichtigste Frage überhaupt: „Fühlt sich mein Hovi wohl?“ Er wird sich keineswegs wohl fühlen, wenn man seinen eigenen Bedürfnissen nicht gerecht wird. Er möchte spielen; mit seinen Menschen, mit Artgenossen. Vielleicht ist er neugierig und möchte lernen. Vielleicht eher schwer beeinflussbar, lässt sich nur auf Kompromisse ein die ihm zusagen. Vielleicht ist er aber auch zurückhaltend, weich, schnell überfordert?

Es sind selten „schlecht erzogene“ Hunde, die als auffällig beschrieben werden. Es sind meistens sensible Hunde, die auf Grund einer „Reizüberflutung“, sehr schnell überfordert sind und auf Grund dieser „nervlichen Überlastung“ in für sie bedrohlich erscheinenden Situationen mit Aggression (angstsuggestives Verhalten) oder aber auch mit organischen Problemen (sh. ob.) reagieren. Sie haben Stress!

Leider erlebe ich viel zu oft, dass der Hovawart so manchen Trainer zu rigorosen Erziehungsmethoden greifen lässt, weil „der Hovawart“ muss so erzogen/ behandelt werden. So werden vermeintliche Verhaltensauffälligkeiten nicht entsprechend der Ursache „in Angriff“ genommen (z.B. die Hundeschule gewechselt), sondern es wird versucht, diese im Ansatz zu ersticken, oder aber bagatellisiert. Solche „Versuche“ zeigen sich für den Alltag als völlig unbrauchbar und helfen weder dem jungen Hund, noch seinem Besitzer, einen umweltfreundlichen/ -tauglichen Hovi zu führen. Schließlich wird leider die Reizschwelle des Besitzers ebenso überschritten, wie die des Hundes.

Ich erlebe immer wieder, dass sich häufig Hunde nicht, wie fälschlich angenommen, tierisch auf die Hundeschule freuen (Frauchen/ Herrchen wird mit aller Macht bei Ankunft an diese Ort herangezerrt – “Oh, er freut sich so sehr“ – Aber ebenso tritt ein Team auf gleiche Weise wieder den Heimweg an), sondern sich zwischen verschiedenen aber gleichaltrigen Hunderassen und -größen nicht wohl fühlen. Ob die „flotte“ Verdauung, Pieseln (so viel kann ein Welpe nicht getrunken haben), Gras fressen, Bellen, Jaulen, Anspringen der anwesenden Menschen, besteigen der Artgenossen…

Der so viel zitierte Negativ-Stress ist nichts anderes als eine Form der „Überreizung“, eine Überbeanspruchung der Aufnahmekapazität eines Lebewesen, in unterschiedlichstem Ausmaß. So werden auch unsere Hunde viel zu oft einfach überreizt und neigen zu (für uns) unerwünschtem Verhalten, das jedoch für sie lebenswichtig erscheint.

Sehr schön lässt sich „Stress“ anhand der Begriffe „Beute- und Fluchttrieb“ erklären. Beide sind für ein wildlebendes Tier lebenswichtig. Ohne Beutetrieb würde jeder wildlebende Fleischfresser verhungern. Diesen heute immer noch bei den meisten Hunden verwurzelten Instinkt, machen sich Hundesportler aller Richtungen (VPG, Rennhunde, etc.), auf die verschiedenste Weise zu Nutze. Bei unseren Familienhunden ist dieser Trieb ebenso noch, wenn auch in stark abgeschwächter Form, vorhanden. Jeder von uns beobachtet es gelegentlich oder auch regelmäßig: Bleibt das ausgemachte „Objekt“ sitzen/ stehen/ liegen/ etc., ist es uninteressant (weil tot). Ob Eichhörnchen, Vögel, Frösche, Katzen, seltener Hasen, Rehe, Pferde, Rinder, gelegentlich Autos, Eisenbahn, etc… , erst ihre Bewegung „weckt“ den Trieb, den (Stress)trieb. Jedoch wird das „Reizobjekt“ aus den Augen verloren, so auch aus dem Sinn (zumindest bei den meisten Hovis). Diesem Beutetrieb kommt jedoch auch im Spiel eine Bedeutung zu. Denken wir wieder an den Züchter und seine Aufgabe! Oder schauen wir 2 herumtollenden Hunden zu. Je „niedriger die Reizschwelle“, nennen wir es doch „psychische Belastbarkeit“, eines Hundes ist, desto schneller schlägt er im Spiel um. D.h. aus dem Spiel wird urplötzlich Ernst, die „Reizschwelle“ ist „übersprungen“, er ist „überreizt“ und aus einem Spiel wird eine „Beutearbeit“. Ganz simpel: Er folgt den Stress-Hormonen!

Ohne Fluchttrieb wäre jedes Tier selbst eine leichte Beute. Dieser „Trieb“ ist ebenso unter dem Begriff „Stress“ abzulegen weil, auch dieses lebenswichtige Bedürfnis wird durch Ausschüttung der noch erwähnten Stress-Hormone angefordert.

Hierzu ein Beispiel aus dem Körablauf, die Begegnung mit einem unfreundlichen Menschen, die urplötzlich ohne ersichtlichen Grund stattfindet. 90 Prozent aller vorgestellten Hunde weichen vor einer solchen Situation erst einmal zurück, tendieren zur Flucht. Nach dieser „Stresssekunde“ erkennen immerhin hier wieder die meisten Hunde die Situation und zeigen sich neutral bis freundlich. 10 Prozent nehmen diesen Scheinangriff gleich, völlig unbeeindruckt, nicht ernst. Ihre Reizschwelle liegt besonders hoch.

Eine korrekte Antwort auf die Frage: „Wieviel Stress verträgt ein Hund“ gibt es also nicht. Die Frage sollte lauten: „Wieviel Stress verträgt DIESER Hund“?

Viele Verhaltensweisen unserer Hunde, die wir Menschen als unerwünscht ansehen, werden verursacht durch Stress, negativen Stress auf Grund der Missverständnisse zwischen Mensch und Hund! Unsere Hunde teilen uns etwas mit. Wir müssen es nur richtig deuten und unseren Hunden die Möglichkeit geben sich positiv zu entwickeln.